Kings Of Leon haben es raus mit dem Rock’n’roll

Drei Brüder und ihr Cousin, alle vier aus den bluesgeschwängerten amerikanischen Südstaaten, gehen auf die Reise nach Tennessee, um die Geheimzutat des Rock’n’roll zu finden. So wird es nie bei Wikipedia stehen, aber wer sich mal anhört, welchen Quantensprung die Musik der Kings Of Leon in den letzten zwei Jahren hingelegt hat, könnte glauben, dass Gebete erhört worden sind oder der Voodoo endlich wirkt. „Sex On Fire“ ist die neue Single aus dem bevorstehenden Album „Only by the Night“. Jetzt gibt es auch einen Videoclip dazu.

Sex On Fire

Sicher, Kings of Leon haben schon immer ordentliche Musik gemacht. 2003 horchten alle auf, als ihr erstes Album „Youth and Young Manhood“ die Erde erreichte. Die Single „Molly Chambers“ passte damals gut ins beginnende Post-Punk-Revival, man konnte sie schön vor oder nach The Strokes auflegen. Was die Band allerdings dann 2007 mit „Because Of the Times“ ablieferte, hatte mit dem alten Sound schon nicht mehr viel zu tun. Die Songs hatten mit einem Mal beschwörende Elemente, dem sich dann niemand mehr entziehen konnte, der ernsthaft nur gute Rockmusik konsumieren möchte.

Für den 19. September steht also ein neues Album an. „Only by the Night“ wird es heißen und bisher kennen wir nur zwei Titel daraus: „Crawl“ und „Sex On Fire“ gibt es als Downloads gegen Geld auf der Bandwebsite. Live würden Sie gerne was von der neuen CD spielen, haben aber Bedenken, dass dann wochenlang nur schlechte Bootlegs davon auf Youtube stehen. Das könnte einem schon den Spaß am neuen Material verderben, sagte die Band zuletzt dem NME.

„Sex On Fire“ ist ein Titel, der in allem genau aufzeigt, wie es im Rock laufen kann: Nicht um den heißen Brei herumspielen, nicht den Hit umsegeln, sondern mal klare Aussagen machen. Alles schön auf den Punkt und dazu noch eine nette Zeile, die man gerne mitsingt. Und komponiert mit dem sicheren Gefühl für das Zuviel von einer Zutat – sonst könnten wir auch hier von Motörhead oder Coldplay reden. Auf diesen Song hätte man schon 1986 gerne getanzt, Mädels wie Jungs. Und ein Kompliment als Refrain, das hat sich auch schon lange keine Rockband mehr getraut. „Es ist ein gewagter Titel. Wisst ihr, wir werden alt, und wir wollen, dass die Leute denken, wir hätten immer noch den Sexdrive von früher“, gab Sänger Caleb Followhill kürzlich preis. Es fehlt also noch etwas an Selbstbewusstsein? Zumindest diese Lektion können die vier von Mick Jagger oder Lemmy noch lernen. Der Rest klappt doch hervorragend!