Monthly Archives: September 2008

Wie kräht der Hahn in Pakistan?

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Hunde, die bellen, sprechen alle dieselbe Sprache. Sollte man meinen. Auf der Website Bzzzpeak muhen, krähen, summen, quaken Kinder aus aller Welt mit dem ihnen eigenen lokalen Akzent. Ein Klick auf die mit Flaggen eingefärbten Tiersilhouetten spielt die kurzen Soundfiles in bis zu 18 landestypischen Variationen ab (den Pfeil zum Weiterblättern beachten!)

Unser „Wauwau“ klingt in Russland eher nach „Goff“, der südkoreanische Löwe gibt scheinbar ein Geräusch von sich, wie ein Bahnschaffner, der die nächste Station ansagt. Das „Iii-aaah“ des Esels kommt dagegen überall auch so an. Große Unterschiede und viele Gemeinsamkeiten, also ganz so, wie die Bewohner im globalen Dorf sich auch in anderen Alltäglichkeiten zeigen. Eine schöne Idee.

Was wir aber jetzt immer noch nicht wissen: Versteht Lassie es, wenn Struppi sie als „couille molle“ beschimpft?
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Die letzte Rebellion ist fast erwachsen

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Heute vor 17 Jahren landete Nevermind auf den Theken der Plattenläden und veränderte die Rockmusik für immer. Nirvana hatten damals die Trophäe des Punk wieder in die USA geholt, zu lange hatte Großbritannien sie zu Hause rumstehen. Dass die komplette Bewegung, von Hardcore bis Alternative Rock, durch Nevermind im Mainstream landete, das sollte man feiern? Dass die vorerst letzte Jugendbewegung, die noch irgendwie ein Durcheinander anrichtete, mit der ersten Goldauszeichnung für dieses Album ihr Ende fand, kann man das ernsthaft hochhalten?

„Was sollen wir jetzt tun, Kurt?“, so hörte man es unterschwellig aus jeder Kehle, die Cobain nach seinem Tod versuchte, das Wasser zu reichen. Noch immer ist niemand in Sicht, der den Teen Spirit so gut fassen, bündeln und aus dem tiefsten Rachen in die Welt schreit. Rock ’n Roll wird gerade zur Rentnersache und an die Jungen weitergegeben mit Bedacht, Belesenheit und Guitar Hero. Das könnte es – mit fünfzehn Jahren Distanz auf das Ende gesehen – also tatsächlich gewesen sein mit der Rebellion durch Gitarren. Bitte jetzt keine Schweigeminute!

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Wir wollen nur deine Zeit – Metallica in der modernen Welt

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Ich dachte, ich könnte es mir verkneifen, was über Metallica zu schreiben, die bekommen gerade genug Presse. Ich erinnere mich gut daran, dass meine Schwester, als ich sie so zirka 1979 fragte, warum sie sich denn nicht das neue Abba-Album kauft, mir sagte: „Och, die verdienen schon genug, die brauchen mein Geld nicht.“ Ein visionäres Statement, kann man heute sagen. Ein Einstellung, mit der die Musikindustrie (das Wort gab es damals nicht) nicht gut klar kommt, wenn Jugendliche sich Musik kostenlos aus dem Netz ziehen. Was sollte man sich auch um Metallica sorgen? Die Kerle haben über 100 Millionen Alben verkauft, damit haben sie hoffentlich was Vernünftiges angestellt, mehr Geld brauchen die nicht. Das wäre mal eine Idee: eine Art Höchsteinkommen für Musikmillionäre, haben sie die Schallmauer durchbrochen, gibt’s alles umsonst. „Verkauft gut, aber nicht zu gut.“ Ansage vom Plattenboss.

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„Wer von denen ist eigentlich Pink?“

Die Nachricht dazu ist längst überall gelaufen: Keyboarder und Songwriter Richard Wright ist im Alter von 65 Jahren an Krebs gestorben. Er war der, der auf den Bandfotos halt immer irgendwie dabei stand, der sich auf die spacigen Töne spezialisiert hatte, der George Harrison bei Pink Floyd, sozusagen. Er war berufsbedingt nicht vorne am Mikrofon. Wenn er sang, dann im Background, bei all den strahlenden Songs der großen Band, die es jetzt nicht mehr geben kann.

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Wie Sie mit Post-Punk ihre Kinder aus den Hausschuhen hauen

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DEVO 1980: Wer möchte da noch Cowboyhüte tragen?

Babys hören gerne Mozart, stimmt’s? Nun ja, sie haben ja definitiv keine Wahl, wenn die schwangere Mama den Lautsprecher an ihren Bauch hält. Allerdings braucht man sich nichts vorzumachen. Kein Mensch weiß genau, ob Kinder auch ohne Fruchtwasserbeschallung zu schlechten oder musikalisch unbegabten Menschen werden. Junge Eltern haben das unbändige Verlangen, ihren Kindern die Welt zu zeigen, ihnen vorzuführen, was sie selbst lieben. Oft haben sie dabei wenig Geduld, was dazu führen kann, dass Sechsjährige sich schon so was wie E.T. anschauen müssen, von Haus aus verordnet, sozusagen.

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Strobo-Beats mit dem iPhone

Wer mit seinem iPhone nur telefoniert und Musik hört, hat nichts verstanden. Es gibt mittlerweile massig viele Anwendungen, überwiegend Games und grafische Fingerspiele, die natürlich alle die Vorzüge des Touch-Pads feiern. Die meisten bilden bereits existierende Geräte ab oder basieren auf Anwendungen, die es schon für andere Systeme gibt. RjDj ist ein sensibles Musikprogramm, mit dem das iPhone zum eindrucksvolllen Effektgerät mutiert.

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Die Welt in Scheiben

Nicht Wenige überspielen ihre komplette CD-Sammlung auf den iPod oder MP3-Player. Die ehemaligen Gefährten im Plastikmantel wandern dann meistens in die Kiste, mehr Aufwand darum lohnt sich auch nicht. Denn wer einmal versucht hat, seine alten CDs im Netz zu verkaufen, merkt schnell: Es ist die Mühe nicht wert. Und die Demütigungen, die man sich im Second-Hand-Laden über die Lieblings-Alben anhören muss („Ich geb dir 10 für den Stapel, die anderen kann ich nicht gebrauchen“) schmerzen erst richtig. Das Prinzip „Wertlose Audioaltware“ lernt auch gerade der Amerikaner Paul Mawhinney kennen. Er sitzt auf seiner Sammlung aus schätzungsweise 3 Millionen LPs und Singles sowie 300.000 CDs und bekommt sie selbst für den Spottpreis von 3 Millionen US-Dollar nicht los. Wert soll sie 50 Millionen sein.

The Archive from Sean Dunne on Vimeo.

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