„Wer von denen ist eigentlich Pink?“

Die Nachricht dazu ist längst überall gelaufen: Keyboarder und Songwriter Richard Wright ist im Alter von 65 Jahren an Krebs gestorben. Er war der, der auf den Bandfotos halt immer irgendwie dabei stand, der sich auf die spacigen Töne spezialisiert hatte, der George Harrison bei Pink Floyd, sozusagen. Er war berufsbedingt nicht vorne am Mikrofon. Wenn er sang, dann im Background, bei all den strahlenden Songs der großen Band, die es jetzt nicht mehr geben kann.

Auf dem Wunschzettel der Generation 68 las man seit über 20 Jahren schon von einer ordentlichen Pink-Floyd-Reunion, 2005 beim Live8-Konzert in London hat es dann einmal geklappt, „No More Excuses“ war aus ganz anderen Gründen in leuchtenden Buchstaben über der Bühne unter dem Nachthimmel zu lesen, als sie sich tatsächlich nach der letzten Nummer in die Arme fielen.

Pink Floyd war eine Band, auch wenn man als unwissender Pubertierender immer dachte: „Wer von denen ist eigentlich Pink?“ Später wusste man es: das schwebende Schwein, das bei den Mammut-Bühnenshows an den Drahtseilen zog und das ganze Stadion bestimmt ein bis zwei Zentimeter angehoben hat, das war sowas von pink!

Richard Wright ist vor zwei Jahren noch mit Sänger David Gilmour und einer namenlosen Band um die Welt getourt. Gilmour hatte gerade sein drittes Solo-Album „On an Island“ raus, Wrights letzte Veröffentlichung unter eigenem Namen lag da schon zehn Jahre zurück, erschienen kurz nachdem Pink Floyd mit „The Division Bell“ noch einmal Aufsehen erregt hatten. Wright hatte an dieser Platte viel mitkomponiert und auch die Kritiker hatten Spaß an dem wieder mehr vielschichtigen Sound, für den überwiegend der stille Keyboarder verantwortlich war.

„Breakthrough“ von seinem Solo Album „Broken China“ (1996) klingt da traditioneller, hier tragen die Backgroundsängerinnen durchs endlose Ende. In den alten Floyd-Zeiten wäre das der Part von Richard Wright gewesen. Farewell!

David Gilmour dazu heute in seinem Blog: „Did he not get the loudest, longest round of applause at the end of every show in 2006?“