Die letzte Rebellion ist fast erwachsen

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Heute vor 17 Jahren landete Nevermind auf den Theken der Plattenläden und veränderte die Rockmusik für immer. Nirvana hatten damals die Trophäe des Punk wieder in die USA geholt, zu lange hatte Großbritannien sie zu Hause rumstehen. Dass die komplette Bewegung, von Hardcore bis Alternative Rock, durch Nevermind im Mainstream landete, das sollte man feiern? Dass die vorerst letzte Jugendbewegung, die noch irgendwie ein Durcheinander anrichtete, mit der ersten Goldauszeichnung für dieses Album ihr Ende fand, kann man das ernsthaft hochhalten?

„Was sollen wir jetzt tun, Kurt?“, so hörte man es unterschwellig aus jeder Kehle, die Cobain nach seinem Tod versuchte, das Wasser zu reichen. Noch immer ist niemand in Sicht, der den Teen Spirit so gut fassen, bündeln und aus dem tiefsten Rachen in die Welt schreit. Rock ’n Roll wird gerade zur Rentnersache und an die Jungen weitergegeben mit Bedacht, Belesenheit und Guitar Hero. Das könnte es – mit fünfzehn Jahren Distanz auf das Ende gesehen – also tatsächlich gewesen sein mit der Rebellion durch Gitarren. Bitte jetzt keine Schweigeminute!

Mein Zugang zu Nevermind war „Territorial Pissings“, aber schon kurz danach landete „Polly“, die düstere, akustische Geschichte von der Entführung eines Mädchens, weit oben bei meiner täglichen Dosis Musik. Butch Vig, Kopf der Band Garbage und damals Produzent von Nevermind, zeigt im Video: Cobain war ein hervorragender Sänger und Nirvana seit The Police das größte aller Trios.

(Via Metafilter)