Monthly Archives: Oktober 2008

Martin Stadtfeld im Interview: „Das klassische Konzert muss wieder indie Mitte der Gesellschaft“

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Fotos: Sonja Werner

Deutschlands derzeit erfolgreichster Klassikpianist Martin Stadtfeld im Interview. Seiner Leidenschaft für Bach, Beethoven und Schubert lässt er im Spiel wie im Gespräch freien Lauf. Er hat eine Mission: Klassische Musik ist notwendig – denn in ihr herrscht kein Zeitgeist, der uns auf die Probe stellt. Regelmäßig setzt Stadtfeld sich mit Schülern zusammen und lotet aus, welche Antworten die großen Komponisten auf ihre innersten Fragen und Gefühle haben. Gerade erschienen ist seine Einspielung des „Wohltemperierten Klaviers“ von Johann Sebastian Bach. Für seine letzte CD mit zwei Schubert-Sonaten hat er kurz nach unserem Gespräch den Echo Klassik bekommen, sein vierter mittlerweile.

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Die meiste Musik ist doof

„Abschalten!“ hat Peter Lustig am Ende seiner Sendung immer gesagt. Abschalten ist eine Kunst. Manche wollen aber erst gar nicht anschalten. Ich nicht den Fernseher und Marc Schürmann, Autor vom Magazin „Das Magazin“, ganz und gar keine Musik. In einem Text unter der Überschrift „Musik ist doof“ erklärt er uns sich selbst, das musiklose Phänomen, und mag damit manche irritieren und verstören. Am Ende denkt man sich vielleicht: Na und?

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Materialmangelerscheinungen – „The Clash – Live at The SheaStadium“ & „Revolution Rock“

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Einer oft angebrachten Weisheit nach ist Punk in dem Moment zugrunde gegangen, als die erste Punk-Platte erschien. Die Bewegung hatte ihre Geburtstunde, wie viele andere Rockstile auch, auf der Bühne. Im richtigen Moment im Publikum gestanden zu haben, daran wird man noch heute gemessen. Mit drei Akkorden und befreiendem Lärm liessen sich damals zwar hervorragende Studioplatten aufnehmen, aber eine gut funktionierende Liveaufnahme der Sex Pistols, Ramones oder eben von The Clash sucht man vergebens in den Bestenlisten. Trotzdem hat SonyBMG gerade wieder einen Versuch unternommen, das Beste aus dem rauszuholen, was Joe Strummer und seine Kollegen uns hinterlassen haben.

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Rostropowitsch, von Ranicki empfohlen

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Marcel Reich-Ranicki hat das Publikum der Gala zum Deutschen Fernsehpreis übel vor den Kopf gestossen und die Millionen (wenn es hoch kommt) vor dem Bildschirm mal wieder verblüfft. Denn auch nach dem Abspann der Sendung war vielen immer noch nicht klar: Wer ist dieser Rostropowitsch?

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Alban sagte nein zu Lenny

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Hatte auch ohne Lulu genug zu tun: Leonard Bernstein 1955

Am 24. August 2008 wäre Leonard Bernstein 90 geworden. Da der Termin aber in die sogenannten Theaterferien fiel, geht es allerorten jetzt erst los mit den Konzerten zu Ehren des legendären Dirigenten, Komponisten, Pianisten und Lehrers. Er war eine der großen Gestalten im Musikbetrieb, wie er das heutige „Business“ von Anfang an oft abschätzig nannte. Nach dem Fall der Berliner Mauer änderte er bei einer Aufführung von Beethovens Neunter kurzerhand den Text von Friedrich Schillers „Ode an die Freude“ in „Ode an die Freiheit“ („Ich bin sicher, Beethoven würde uns zustimmen“). Vielleicht gibt es deshalb in Berlin-Hellersdorf sogar ein Gymnasium mit seinem Namen (leider heißt die Schule seit Anfang September 2008 wegen einer Fusion nur noch „Neues Gymnasium“).

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Sir Paul rockt als The Fireman – und brennt die Hütte ab

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Hätte man es ihm zugetraut? Paul McCartney, musikalisch aktivster noch lebender Beatle  veröffentlicht in den nächsten Wochen seine dritte LP unter dem Pseudonym „The Fireman“, ein elektronisch ambitioniertes Nebenprojekt, das Sir Paul schon seit zehn Jahren zusammen mit Youth betreibt, dem ehemaligen Bassisten der Industrial-Väter Killing Joke und aktuell auch Produzent des schon lange erwarteten neuen Albums der Guns N’Roses, „Chinese Democracy“.

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Video-DJ für eine halbe Stunde

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Videos drehen können wir mittlerweile alle, Youtube wächst jeden Tag um zig GB. Aber es gibt in dem Bereich auch noch Leute, die sich immer etwas mehr Gedanken ums bewegte Bild machen und was man damit anfangen kann. Eclectic Method kommen aus dem Umfeld der Multimediaperformer Emergency Broadcast Network, die unter anderem 1992 für die visuellen Effekte auf der ZooTV-Tour von U2 verantwortlich waren. EBN-Mitglied Greg Deocampo hat jetzt zusammen mit drei Video-DJs aus London den Song „Don’t Stop“ der amerikanischen Industrialrocker Innerpartysystem schön bebildert, eine hektische Hommage „an unsere TMZ-Kultur“, wie sie es selbst nennen. Doch damit nicht genug, kann man mit einem von den Künstlern entworfenen, erstklassiken Remix Widget selbst den Monitor zum Flimmern bringen.

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