Die meiste Musik ist doof

„Abschalten!“ hat Peter Lustig am Ende seiner Sendung immer gesagt. Abschalten ist eine Kunst. Manche wollen aber erst gar nicht anschalten. Ich nicht den Fernseher und Marc Schürmann, Autor vom Magazin „Das Magazin“, ganz und gar keine Musik. In einem Text unter der Überschrift „Musik ist doof“ erklärt er uns sich selbst, das musiklose Phänomen, und mag damit manche irritieren und verstören. Am Ende denkt man sich vielleicht: Na und?

Trotzdem ist der Artikel lesenswert, Schürmann beschreibt eine Sicht der Dinge, die man so nicht oft liest, aber bei Menschen, die dann (trotz NEON) doch endlich erwachsen geworden sind, gar nicht so unüblich ist.

In diesem Zuge bin ich übrigens der Meinung, dass über die Musik hinaus zu viel darüber geredet und geschrieben wird. Besonders anstrengend ist es gerade, wie viel Sorgen wir uns um die Musikbranche machen sollen und darum, ob nun iTunes oder wer auch immer die neue AC/DC-Platte verkauft oder nicht. Selbst wenn 99% aller wöchentlichen CD-Veröffentlichungen wegfallen würden und „Künstler“ wie Tomte oder 1000 Robota von nun an nur noch in der Fußgängerzone auftreten könnten – es würde uns nicht wirklich schaden. Es wäre immer noch genug Musik da, um mehrere Leben lang aus allen Sparten nur das Beste zu hören, was jemals geschrieben wurde.

Es sind gute Zeiten, um ins Archiv abzutauchen und aus allen Epochen die Perlen zu heben. Das Netz behandelt Vergangenheit wie Gegenwart mit gleicher Aufmerksamkeit. Alles wird wunderbar von vielen Millionen Beteiligten archiviert und katalogisiert. Es ist mittlerweile sogar schwer, neue Musik als solche gleich zu erkennen, auf Myspace oder last.fm findet alles im gleichen Umfeld statt. Musikmagazine machen mit Bands auf, die schon vor 20 Jahren aktuell waren: Rock Hard mit AC/DC, der Rolling Stone mit Pink Floyd, Sounds mit Kurt Cobain. Intro und Visions dagegen mit Deichkind. Die Mühe hätten sie sich für mich nicht machen müssen.

(via 78s)