Monthly Archives: November 2008

David-Lynch-Mashup-Tribute-Album veredelt das Genre

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Bei einem Mashup werden Teile von zwei oder mehr Songs miteinander kombiniert, so daß am Ende etwas dabei herauskommt, dass im besten Fall wie aus einem Guß klingt. Die ersten bekannteren Mashups wurden vor ein paar Jahren am Heimrechner mit einfacher Software zusammengezimmert, mittlerweile ist das nicht mehr nur eine Mode, sondern ein Genre, das die rechtliche Grauzone, aus der es kommt, langsam hinter sich lässt und immer mehr kunstvolle Blüten zustande bringt.

Seit kurzem gibt es ein ganzes Album mit Mashups von Musik aus den Filmen von David Lynch. Der Download ist kostenlos und die Sammlung für mich der Ritterschlag schlechthin für den Mashup. Wer die Lynch-Soundtracks mag, hat sie ja nicht nur einmal gehört und wird deshalb umso dankbarer sein für die 18 wirklich hervorragenden Tracks auf „Mashed in Plastic„.

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Sarahs letzter Song?

John Cleese musste neulich zugeben, dass sein ehemaliger Monty-Python-Kollege Michael Palin „nicht mehr der lustigste Palin“ ist. Bei aller Dramatik, die ihre Niederlage hatte, Sarah Palin könnte zu schnell vergessen sein und in genau drei Jahren ohne politischen Makel in einen neuen Wahlkampf gehen. Man verdrängt ja so gerne die unangenehmen Dinge …
Der New Yorker Jazzpianist Henry Hey hat seinen Beitrag geleisten, „La Sarah“ unsterblich werden zu lassen und eines ihrer TV-Interviews auf dem Klavier begleitet:

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„I’m a PC and I make you sweat!“

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In Magazinen über Musiker und professionelle Musikproduktion sieht man sauber abgestaubte Studios voll mit tadellosem Equipment und Alu-Mac-Türmen, in der Ecke eine Zimmerpflanze, auf dem Parkettboden vor dem Mischpult rollen die Chefsessel von links nach rechts. In einer solchen Umgebung haben Musiker wie Anders Trentemøller, Paul Kominek (a.k.a Turner, a.k.a. Pawel) oder aktuell Girl Talk ihre Glanzstücke nicht zusammengebastelt. Nicht einmal an einem Mac, dem angeblichen Kreativ-Flagschiff schlechthin. Sondern auf ihrem Windows-Rechner, teils voll mit gecrackter Software und meistens portabel.

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Democracy is coming

Wenn Amerika immer noch das Land ist, das die Tür zu irgendetwas aufstösst, das wir dann erst später zögernd betreten, wenn wir nicht gerade betreten zögern, dann ist die Ära der Politikverdrossenheit und der knappen Wahlergebnisse vielleicht seit gestern vorbei. Ein guter Schluß eines langen Stückes, nicht unbedingt wegen des Ergebnisses und dem, was danach kommt (auf eine rauschende Nacht folgt die Ausnüchterung), sondern weil ein großes Volk wie mit einer Stimme geprochen hat. Selbst ein Leonard Cohen, der in seinen Songtexten gerne die ein oder andere Apokalypse herauf beschwört, kommt nicht daran vorbei, der Demokratie und den Leuten, die sie in Anspruch nehmen und brauchen, seinen Respekt zu zollen.

Democracy“ vom schönen Album „The Future“ (1992) hat Leonard Cohen noch auf seiner diesjährigen Tour zum Besten gegeben. Auch die gesprochene Version ist kein Freudentanz, aber umso eindringlicher.

Thriller mit dem Mund

Vor 25 Jahren erschien Michael Jackson’s Album „Thriller“, bis heute über 60 Millionen Mal verkauft und Jackson’s Durchbruch vom R&B zum Elektropop. Der Videoclip zur gleichnamigen Single sprengte damals die 13-Minuten-Marke und wurde ob seiner Gruseloptik ins Nachtprogramm verbannt. Danaben ist der Song vielleicht der lächerlichste auf dem Album, aber eben doch eine haushohe Wegmarke eines Stars, der damals zum Megastar wurde. Der junge Franzose François Macré hat sich insgesamt 350 Stunden Zeit genommen, um den knapp 6 Minuten langen Track auf insgesamt 64 A-cappella-Spuren nachzubauen.

François Macré – Thriller (reprise A’cappella 64 pistes)

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