Depeche Mode kommen zum Echo

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U2, Katy Perry, Udo Lindenberg, Silbermond und Amy MacDonald sind auch da, wenn die Deutsche Phono-Akademie, wie schon seit 1992, „die Leistungen nationaler und internationaler Pop-Künstler“ mit dem beliebten Preis ehrt. Oliver Pocher und Barbara Schöneberger werden die Show in Berlin moderieren, die am 21. Februar zur Primetime im Ersten ausgestrahlt wird. Dort werden Depeche Mode weltexklusiv die Single „Wrong“ aus ihrem neuen Album „Sounds Of The Universe“ vorstellen, das im April erscheint.

Soweit die Fakten.

Weniger glamourös liest sich da das Zitat von Dieter Gorny (gestern noch den ersten deutschen TV-Musiksender aus der Tasche gezogen, heute schon „Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie“): „Depeche Mode hat die Popmusik seit den 1980er Jahren maßgeblich geprägt und  bis heute immer wieder spannende Akzente gesetzt“. Da spricht der Musiklehrer aus jeder Pore. Spannung ist was für Spanner. Und „Akzente setzen“ klingt echt sehr bescheiden, Herr Medienmanager.

Die Band Depeche Mode wurde 1980 von Daniel Miller für sein wegweisendes Postpunk/Elektronik-Label Mute unter Vertrag genommen und hat seit dem „rund 56 Millionen Alben und 35 Millionen Singles verkauft. Sie gilt als eine der einflussreichsten Bands der letzten 20 Jahre.“ So Wikipedia. Darüber hinaus sind Depeche Mode für meine Generation so etwas wie Pink Floyd für die von Gorny. Und dass sie immer noch sehr gute Platten veröffentlichen und ihre Konzerte schneller ausverkauft sind als die von Metallica und AC/DC hat weniger mit Akzenten zu tun als mit der Tatsache, dass ihre Songs faustgroße Löcher in unsere jugendlichen Seelen geschlagen haben (auch wenn man so etwas sonst nur Rockbands nachsagt) und wir seit dem auf immer ihrer einmaligen Mischung aus strahlender Kälte und dunkler Wärme ausgeliefert sind.

Depeche Mode im Rahmen der deutschen Fernsehunterhaltung, angesagt von Barbara Schöneberger oder Oliver Pocher, das kann eigentlich nur eines bedeuten: Unser TV-Programm bekommt Aufwind. Ein klammes Gefühl wegen der berühmten Perlen vor die Säue ist natürlich auch dabei, wenn ich mir das anschauen werde. Man kann bessere Worte finden für einen Auftritt von Depeche Mode im Ersten. Pocher wird sie finden, wenn sie ihn lassen. Schöneberger wird keinen Ton mehr herausbekommen, auch wenn sie ihren Mund wieder zu bekommt. Man wird sehen, es bleibt … spannend. Schön, dass Thomas Gottschalk nicht das Wort ergreifen muss.

„Wrong“ kann man sich seit Ende Januar schon als Studio-Jam ohne Musik, nur mit Gesang, anhören. Depeche Mode veröffentlichen seit Monaten diese sehr rohen Filmchen auf ihrer Website und auf Youtube: