Kostenloskultur pur gibt es nicht

Leute, die sich im Netz kostenlos Musik besorgen, sind in den meisten Fällen auch Käufer. Das behauptet zumindest eine Studie aus Norwegen. Demnach ist die Gruppe, die Musik umsonst herunterlädt viel eher dazu bereit, für die Musikdownloads auch zu zahlen.

Die berüchtigte Torrent-Website Pirate Bay bedient Heere von Jugendlichen, die ohne Moral und Sinn für wirtschaftliche Werte Musik, gratis Filme und Spiele aus dem Netz saugen und so die Musikindustrie zu Fall gebracht haben. Auf der anderen Seite haben wir die ehrlichen Internet-User, die dem iTunes Music Store und Amazon die tollen Gewinne der letzten Jahre bescheren?
Nein, so einfach scheint es nicht zu sein. Denn beide Gruppen könnten zu großen Teilen identisch sein.

Eine Studie der „BI Norwegian School of Management“ hat knapp 2.000 aktive Benutzer von Online-Musik über 15 Jahren befragt und herausgefunden, dass diejenigen, die Musik „kostenlos“ runterladen (ob legal oder illegal) auch mit einer zehnmal höheren Wahrscheinlichkeit dazu bereit sind, für Musik im Netz zu bezahlen. Das würde die angeblichen Piraten zur größten Käufergruppe für Musikdownloads machen. Die Marktforscher sind auf Nummer sicher gegangen und haben sich die Online-Käufe der Befragten belegen lassen.

Das Ergebnis der Studie kommt gerade recht, Ende letzter Woche sind die Pirate-Bay-Macher von einem Gericht in Stockholm jeweils zu einem Jahr Haft und Schadensersatz in Höhe von insgesamt 2,75 Millionen Euro verurteilt worden, da sie „schwere Urheberrechtsverletzungen begünstigt hätten“. In ihrem Blog teilen sie allerdings seit gestern mit, dass sie in Berufung gehen werden. Sie bitten ihre Nutzer sogar, kein Geld zu sammeln. Sie bräuchten keine Spenden, da sie keine Strafen bezahlen würden. Sie fordern außerdem jeden auf, im Juni die neu gegründenet Pirate Party ins Europaparlament zu wählen.

(via)