Kaleb Lechowskis Kurzfilm R’ha legt die Latte für Vorproduktionen ein gutes Stück höher.

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Kaleb Lechowski, Filmstudent aus Berlin, hat innerhalb von 7 Monaten fast im Alleingang diesen Renderfilm produziert. Nicht nur der sechsminütige Film ist nahezu perfekt, sondern auch seine Taktik, denn der Kurzfilm ist ein hervorragender Teaser, um Leute aus dem Business auf sich aufmerksam zu machen.

Ob man nun ein Crowdfundingmodell nutzt oder einen neuen Kunden gewinnen möchte, Euer Teaser, den Ihr veröffentlicht, sollte dem was es am Ende sein soll, so nahe wie möglich kommen. Nicht dass Eure Geschäftspartner keine Phantasie hätten, aber sie haben auch nur ein bestimmtes Budget zur Verfügung, ob nun 20 Euro für eine CD oder 20 Millionen für Euren Film, und die möchten sie nur für das Beste ausgeben. Also ist Rausputzen angesagt.

R´ha [short movie] from Kaleb Lechowski on Vimeo.

R’ha ist ein komplett fertiger Film, kein Demo, nichts Halbfertiges, weil es eben gerade nicht besser ging, sondern ein Vertrauensbeweis, dass Kaleb Lechowski das Zeug zu einem Filmemacher hat, der auch mit einem größeren Budget etwas Ordentliches auf die Beine stellt.

Die Zeiten von Demo-Tapes sind endgültig vorbei

Die Produktionsmittel, die heute jedem Kreativen für relativ wenig Geld zur Verfügung stehen (Laptop: 500 Euro, Final Cut Pro: 270 Euro, Logic Pro: 180 Euro), sind so professionell, dass es keinen Grund mehr gibt, vorab Demo-Filme und Demo-Tapes zu veröffentlichen. Kaleb Lechowski nutzt die Open-Source Render-Software Blender: 0 Euro.

Als Musiker habe ich auf einem Vierspur-Recorder meine Demos produziert, weil ein Aufnahmestudio einfach nicht drin war. Heute trage ich mein Aufnahmestudio und meine Filmkamera in der Hosentasche mit mir herum und auf jedem Laptop bekomme ich mit preiswerter oder kostenloser Software aus dem Stand Ergebnisse, die früher nur große Studios abliefern konnten.

Falls man unbedingt einen künstlerischen Prozess dokumentieren möchte, sollte man mit Einblicken in Halbfertiges auch eher sparsam umgehen, der erste Eindruck bleibt wichtig.

Übrigens konnte man vor 20 Jahren natürlich auch mit Vierspuraufnahmen und auf klobigen Videokameras produzierten Filmen Geldgeber finden. Doch wer im Rahmen der Möglichkeiten seiner Produktionsmittel an die Grenzen des Machbaren geht, hat schon immer Respekt verdient. Im Jahr 2013 legt Kaleb Lechowski die Latte für semiprofessionelle Filmanimationen gleich ein gutes Stück höher.