Hollywood-Filmplakate für Wanderkinos in Ghana

In den 80er Jahren entstanden mit dem Siegeszug des Video-Formats in Ghana (Westafrika) kleine Filmverleihe. Hauptabnehmer waren „mobile Kinos“, deren Betreiber mit einem Fernseher, einem Videorecorder und einem kleinen tragbaren Stromgenerator von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zogen und die damals angesagten Filme aufführten. Da sie ganz ohne das Hollywood-Werbematerial auskommen mussten, engagierten sie Künstler, die eigene Plakatmotive entwarfen, und das sogar in Öl und auf Leinwand!

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Die Poster-Unikate wurden immer wieder zusammengerollt und am nächsten Aufführungsort aufgehängt. In den Neunziger Jahren konnten sich in Ghana mehr Menschen ein eigenes TV leisten und die Nachfrage nach den mobilen Kinos ging zurück. Heute reisen noch einzelne Vorführer übers Land und schöne Plakate sind selten. Aber es gibt sie noch: twistedsifter.com zeigt eine Auswahl von 30 Stück und auf ghanamovieposters.com und in deren Ebay-Shop kann man die einzigartige afrikanische Filmplakatekunst für rund 250 US-Dollar das Stück kaufen.

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