Licht aus, ich sehe die Milchstraße nicht!

Als ein größerer Stromausfall in den Neunziger Jahren den Süden von Kalifornien verdunkelte, gingen unzählige Anrufe über den Notruf 911 ein. Über Los Angeles schwebte eine seltsame, riesige Wolke. Mittlerweile bekommen sie nur noch acht von zehn Menschen in ihrem Leben zu sehen – die Milchstraße.

Photo: Larry Landolfi / aastrophotography.blogspot.de

Photo: Larry Landolfi / aastrophotography.blogspot.de

Die Kritiker der sogenannten Lichtverschmutzung führen aber noch mehr Gründe auf, warum man Nachts manche Lichtquellen einfach mal abschalten sollte:

  • Tagaktive Tiere sowie Menschen brauchen die Dunkelheit zum Schlafen, Entspannen und Regenerieren.
  • Nachtaktive Tiere brauchen sie für die Nahrungssuche und manche (z. B. Glühwürmchen) sogar für die Fortpflanzung.
  • Pflanzen benötigen den Rhythmus für die Photosynthese.

Einen Lösungsvorschlag gibt es auch schon: den verstärkten Einsatz von Natriumdampflampen als Straßenbeleuchtung. Deren Lichtspektrum funkt nicht so stark in das Licht des Nachthimmels rein, leitet weniger Tiere fehl und spendet trotzdem genug Helligkeit.

Könnte dauern, bis sich diese Leuchtmittel im öffentlichen Raum durchsetzen. Bis dahin lohnt sich eine Reise auf die nahe Insel La Palma. Dort befindet sich eines der wichtigsten Observatorien der Welt mitsamt eines beeindruckenden Teleskop-Parks. Die Sternwarte kann man im Juli und August gegen Anmeldung und Registrierung sogar besuchen. Doch auch ohne Teleskop sieht man auf La Palma mehr Nachthimmel als anderswo: Auf der Insel ist Leuchtreklame und alles was mehr Lichtverschmutzung also nötig verursachen kann, nicht erlaubt und wird überwacht vom „Oficina Técnica para la Protección de la Calidad del Cielo“ (OTPC), dem Technischen Büro zum Schutze der Himmelsqualität.

Brauchen auch wir bald ein Licht-Aus-Ministerium?