Nicht Sommer, nicht Winter. Viel Platz an den schönen Plätzen

Der Herbst ist eine tolle Jahreszeit. Genauso wie im Frühling geht hier das Eine in das Andere über und zeigt uns wunderbare Gegensätze. Was die Natur so selbstverständlich alle paar Monate aufs Neue zustande bringt, der Tourismus in den Alpen spiegelt das nicht wider. Und das ist sehr gut so.

Genau zum 1. November stellt im Nationalpark Hohentauern (und wahrscheinlich nicht nur dort) der größte Teil der Bewirtungs- und Bespaßungsbetriebe für die Sommertouristen ihr Geschäft ein, manche bis zur bald startenden Wintersaison, andere bis zum Frühjahr. Die Ruhe dazwischen sei allen fleißigen Gastwirten, Bedienungen und Ticketverkäufern gegönnt, man muss auf einer Wanderung ja auch nicht alle 50 Höhenmeter den nächsten Imbiß zu sich nehmen.

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Auch an den Krimmler Wasserfällen war bis einen Tag vor unserer Ankunft der Teufel los, immerhin ist es eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs. Doch am 1. November möchte hier niemand mehr ein Billet sehen, keine Speisekarte auf dem Weg nach oben führt uns in Versuchung, die wenigen Besucherschübe aus den Reisebussen verteilen sich schnell. In ein paar Wochen werden die Wege zugefroren sein und nur noch mit einer guten Ausrüstung wird man die 380 Höhenmeter dann bewältigen können.

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Doch jetzt schafft es auch noch die Sonne ab und zu durch die tief hängenden Wolken. Die Luft ist so feucht, die Bäume tropfen und glänzen, das Moos hat sich vollgesogen mit dem Sprühwasser der Fälle. Kein Traumwetter, das viele Touristen anzieht. Aber ideal für ein paar Stunden Wanderung vor der hinreißenden Kulisse von 30 Dreitausendern, die um den Krimmler Talkessel sitzen und kontinuierlich ihre Farbe wechseln. Kein Gedanke an den Skitourismus, der hier bald beginnt. Der Herbst-Tourismus kommt mit weniger aus. Die Natur hat aber gerade am meisten zu bieten, vor allem viel Platz an den schönen Plätzen.

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