Monthly Archives: März 2015

Plötzlich Eloi

Buchkritik zu „The Time Machine“ von H.G.Wells

“Die Zeitmaschine” (1960) fehlte zuletzt auf meiner Liste der 15 Filmklassiker, die man mit seinen Kindern anschauen sollte. Doch da die Verfilmung des Romans von H. G. Wellls mit Rod Taylor (im letzten Monat verstorben) in der Hauptrolle alle Nase lang in den Öffentlich-rechtlichen läuft, konnten wir das zuletzt an einem Sonntagnachmittag nachholen. Dabei fiel mir auf, wie wenige Szenen ich noch abgespeichert hatte. Es muss sehr lange zurückliegen, dass ich den Film das letzte Mal gesehen habe, möglicherweise 30 Jahre. Nur an die letzte Verfilmung von 2002 hatte ich noch weniger Erinnerung. Und das ist auch ganz gut so. Jeremy Irons als Ober-Morlock? Nicht für mich. 

Im Rahmen meiner Reading Challenge 2015 habe ich mir gleich nach dem Wiedersehen mit den Eloi und den Morlocks die Romanvorlage vorgenommen. “The Time Machine” gibt es als preiswertes e-Book auf englisch< . H. G. Wells hat die Erzählung 1895 veröffentlicht, also um die gleiche Zeit, in der Sir Arthur Conan Doyle mit seinen Sherlock Holmes-Geschichten bekannt wurde. Selbst mit einem Schulenglisch kann man sich an beide Schriftsteller wagen. Wells tendiert zu etwas steifen Beschreibungen, Doyle löst Vieles eleganter, fast wie im Vorbeigehen. Der eine pflegt einen irgendwie fiebrigen Stil, der andere schreibt eher gentlemanlike und sprachlich ausgefeilter. Und beide bedienen Genres, die zu deren Zeit noch in den Kinderschuhen steckten. Doyle haucht den Detektivgeschichten neues Leben ein, Wells erfindet die Science Fiction nach Jules Verne neu. 

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