Monthly Archives: Dezember 2015

Warum wir zum Mars fliegen sollten

Ein leidenschaftlicher Vortrag von Robert Zubrin über die Notwendigkeit einer Marsbesiedlung. Am besten gefällt mir der Nebensatz, in dem er auf das Potential der Jugend verweist, vorausgesetzt man schafft die Möglichkeiten. Das sind die Momente, wo ich keinen Bock mehr habe, mich über irgendeine Religion zu unterhalten oder über Grenzen, die man hochziehen möchte. Wissenschaft gilt für manche auch als eine Art Glauben und wenn man dem Mann zuhört, gewinnt man den Eindruck, das ist einer ihrer besten Prediger. So what? Vielleicht sollten alle Wissenschaftler mindestens ein Semester Rhetorik und Verkaufsgespräche lernen. Ideen müssen gut erzählt werden, sonst hört doch keiner zu.

Junge Digitalkunst: Im Februar startet UNPAINTED LAB 3.0 in München

Bereits 2014 war ich als PR-Mann mit dabei, als die UNPAINTED media art fair ihr Debüt in München feierte. Mehr als 6.000 Besucher kamen an diesem Wochenende im Januar in den Postpalast, 600 Kunstwerke von 60 internationalen Ausstellern aus über 12 Ländern wurden präsentiert.
Und auch die Presse kam, staunte und schrieb: FAZ, Die Zeit, Handelsblatt, Deutschlandfunk und viele andere berichteten überschwänglich über die erste „richtige“ Kunstmesse für digitale Medienkunst in Deutschland.

Die Sektion LAB 3.0, eines der Elemente, die UNPAINTED von Anfang an von anderen Kunstmessen abgehoben hat, wird jetzt als eigenständiges Format in München fortgesetzt. Für die kommende Ausgabe von LAB 3.0 hat Annette Doms, die künstlerische Leiterin von UNPAINTED, den New Yorker Kurator Nate Hitchcock, Mitbegründer der East Hampton Shed und ehemaligen Co-Kurator von Rhizome (NY), eingeladen, zusammen mit ihr das künstlerische Programm von UNPAINTED LAB 3.0 auf die Beine zu stellen. Und auch das wird wieder gut!

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Laufband raus, Brennholz rein

„Sag mal, Meike, das Laufband im Keller, das steht dort eh nur blöd rum, oder?“

„Ja, shit, war lange nicht mehr drauf. Ich glaub, ich brauch das blöde Ding nicht mehr. Kannst Du gerne auf Ebay verkaufen, wenn Du willst.“

„Mach ich. Wir brauchen eh mehr Platz im Keller. Habe eben einen Anhänger mit Brennholz ersteigert, der Typ bringt das heute Abend schon vorbei.“

„Echt jetzt? Für den neuen Ofen? Ah, das wird gemütlich!“

„Du, ich stell das Laufband schon mal in den Garten, da kann ich bessere Fotos machen.“

„Soll ich Dir helfen?“

„Nee, geht schon. Norbert kommt gleich und hilft mir beim Abladen. Wir machen das schon.“

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Buch-Review: „Der amerikanische Architekt“ von Amy Waldman

Der amerikanische ArchitektDer amerikanische Architekt by Amy Waldman

My rating: 2 of 5 stars

Was passiert, wenn ein Architekt aus einer muslimischen Einwandererfamilie ausgelost wird, um die Gedenkstätte für die Opfer des 11. Septembers in New York zu errichten? Zuerst einmal klingt das wie eine Aufgabe aus einem Kurs für kreatives Schreiben. Doch auch zu diesem Thema gibt es ein Buch, über das viel geschrieben wurde. Vielleicht öfter als gelesen.

Der amerikanische Architekt“ gehört zu den Romanen, die Szenen aneinanderreihen, die alle wie schon mal durchgekaut schmecken. Wenn die fast stumme Witwe und trotzdem Sprecherin der Opfer sich mit dem karrieregetriebenen Architekt trifft, um zu besprechen, was man tun kann, um so wenig wie möglich anzurichten. Wenn der arbeitslose Bruder eines in den Türmen umgekommenen Lieblingssohnes seiner Eltern wieder nach Hause ziehen muss, dort aber konsequent von Mama und Papa ignoriert wird, dann liest sich das nicht wie eine gute Geschichte, sondern wie ein steifes Skript, das versucht, eine Geschichte zu sein, die ein zu großes reales Vorbild hat.

„The Submission“ heißt das Buch im Original. So wie „Soumission“ von Michel Houellebecq, das hier unter seinem richtig übersetzten Titel veröffentlicht werden konnte. Islam heißt auf deutsch „Unterwerfung“. Beide Bücher stehen für ein neugieriges Umkreisen um diese uns noch immer fremde Weltauffassung. Houellebecq wie gewohnt mit heruntergelassenen Hosen. Amy Waldman dagegen rücksichtsvoll, mit an allen Ecken befestigten Sicherungsgurten für allerlei Gemüter. Amerikanische Autoren mögen es sonst zupackender.

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Buch-Review: „The Martian“ von Andy Weir

The MartianThe Martian by Andy Weir

My rating: 5 of 5 stars

Die ersten zirka hundert Seiten kamen mir vor wie ein gut geschriebenes Botaniker-Blog, womit ich allerdings nicht viel anfangen konnte. Aber als erfahrener Leser weiß man, dass man auch mal durchhalten muss, genau wie Mark Watney selbst, der ja einen ziemlich aussichtslosen Kampf führt. Wie erleichtert war ich, als die Geschichte zur Erde geschwenkt ist, um die Handlung dort aufzunehmen.

Bret Easton Ellis hat zurecht kritisiert, dass Mark eigentlich kein Leben hat. Keine Freundin, keine Geschichte, keine Sehnsüchte, nur seine Eltern, die zusammen um ihn auf der Erde bangen. Wobei man sagen muss, Ellis hat mit Patrick Bateman selbst eine Figur erfunden, die noch viel weniger von sich preisgibt.

The Martian“ ist ein Buch, das gut in unsere Zeit passt. Ein Wissenschafts-Fanbook für ein großes Publikum. Das war überfällig, finde ich. Ein Selfpublisher-Märchen dazu. Und auch noch ein wahres. Andy Weir kann zurecht seinen Erfolg genießen, der Kinofilm ist ebenfalls ziemlich gelungen. Die hochunterhaltsame Vorlage hat dabei geholfen.

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Buch-Review: „Finderlohn“ von Stephen King

Finderlohn (Bill Hodges Trilogy, #2)Finderlohn by Stephen King

My rating: 3 von 5 stars

Im Rahmen meiner Reading Challenge habe ich in diesem Jahr ganze sieben Bücher von Stephen King gelesen. Auch weil ich ihn vor über zwanzig Jahren aus den Augen verloren habe. „Finderlohn“ war darunter nicht das beste, aber sehr kurzweilig zu lesen, andere würden es „spannend“ nennen. Aber das trifft es für mich nicht ganz. So richtig überraschen konnte mich King hier nicht.

Die Story nimmt schnell ordentlich an Fahrt auf, so dass es schon aus physikalischen Gründen fast unmöglich ist, auszusteigen. Das sind die Sachen, die King einfach drauf hat. Dazu treten in seinen Geschichten immer Typen auf, bei deren Untergang man einfach von Anfang bis Ende Zeuge sein möchte.

Etwas fad an „Finderlohn“ genau wie bereits bei „Mr. Mercedes“ ist das Ermittlerteam. Jedes Wort, das King ihnen in den Mund legt, hört sich an wie aus einer Vorabendserie aus den 80ern. Irgendwann hatte ich sogar eine Synchronstimme aus den Drei-Fragezeichen-Hörspielen im Kopf. Das entsprach nicht ganz dem was ich erwartete hatte, aber unangenehm war es nicht.

Am Ende von „Finderlohn“ kriegt King noch rechtzeitig die Ausfahrt in Richtung Horrorland. Dort wird dann hoffentlich der letzte Teil der Bill Hodges-Trilogie spielen.

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