Buch-Review: „Der amerikanische Architekt“ von Amy Waldman

Der amerikanische ArchitektDer amerikanische Architekt by Amy Waldman

My rating: 2 of 5 stars

Was passiert, wenn ein Architekt aus einer muslimischen Einwandererfamilie ausgelost wird, um die Gedenkstätte für die Opfer des 11. Septembers in New York zu errichten? Zuerst einmal klingt das wie eine Aufgabe aus einem Kurs für kreatives Schreiben. Doch auch zu diesem Thema gibt es ein Buch, über das viel geschrieben wurde. Vielleicht öfter als gelesen.

Der amerikanische Architekt“ gehört zu den Romanen, die Szenen aneinanderreihen, die alle wie schon mal durchgekaut schmecken. Wenn die fast stumme Witwe und trotzdem Sprecherin der Opfer sich mit dem karrieregetriebenen Architekt trifft, um zu besprechen, was man tun kann, um so wenig wie möglich anzurichten. Wenn der arbeitslose Bruder eines in den Türmen umgekommenen Lieblingssohnes seiner Eltern wieder nach Hause ziehen muss, dort aber konsequent von Mama und Papa ignoriert wird, dann liest sich das nicht wie eine gute Geschichte, sondern wie ein steifes Skript, das versucht, eine Geschichte zu sein, die ein zu großes reales Vorbild hat.

„The Submission“ heißt das Buch im Original. So wie „Soumission“ von Michel Houellebecq, das hier unter seinem richtig übersetzten Titel veröffentlicht werden konnte. Islam heißt auf deutsch „Unterwerfung“. Beide Bücher stehen für ein neugieriges Umkreisen um diese uns noch immer fremde Weltauffassung. Houellebecq wie gewohnt mit heruntergelassenen Hosen. Amy Waldman dagegen rücksichtsvoll, mit an allen Ecken befestigten Sicherungsgurten für allerlei Gemüter. Amerikanische Autoren mögen es sonst zupackender.

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