#Autorenwahnsinn #Tag5  Dein Schreibprogramm

Dank der #Autorenwahnsinn-Challenge stelle ich hier endlich eines meiner Lieblings-Schreibtools vor. Dabei handelt es sich nicht um eine Software, sondern um eine Plattform, die ich vor ein paar Jahren entdeckt habe und die sich seitdem zum Glück kaum verändert hat, dafür für aber mich und meine Gewohnheiten. 750words.com dient genau einem Zweck: Jeden. Tag. Schreiben. Denn das ist es, was Autoren so machen. Sie schreiben jeden Tag. Weil sie nicht anders können und weil sie nicht anders wollen.

Und warum gerade 750 Wörter? Laut dem Gründer Buster Benson ist diese Anzahl an Wörtern genau richtig, um das Unterbewußtsein anzuzapfen. Gute Ideen bekommt eben selten zwischen Tweets und Facebookupdates als vielmehr durch die längere Beschäftigung mit einem Thema. Oder um es mit David Lynch zusagen: Nur wer sich ins tiefe Wasser wagt, fängt die großen Fische.

Wichtig bei dieser tägliche Routine: Du korrigierst kein einziges Wort, sondern schreibst am Stück ohne Pause und ohne Schere im Kopf. Diese Texte sieht niemand außer du selbst, sie sind meistens auch gar nicht dazu gedacht, dass sie veröffentlicht werden, zumindest nicht ohne eine umfangreiche Überarbeitung.

In der Praxis passiert beim Freien Schreiben folgendes: Irgendwo in deinem Stream-of-Consciousness-Text (der auch länger als 750 Wörter sein darf), kristallisieren sich an einer oder mehreren Stellen Gedanken heraus, die es Wert sind, dass man sie weiterverfolgt und daraus eine Kurzgeschichte, einen Roman oder einen (oder mehrere) Blogposts spinnt.

Ich bin seit fast sechs Jahren dabei und habe mittlerweile über 275.000 Wörter dort geschrieben. Es gab längere Pausen zwischendurch und auch in diesem Jahr habe die ersten beiden Tage gefaulenzt. Doch im Großen und Ganzen habe ich mithilfe von 750words.com das Schreiben bei mir viel stärker als eine tägliche Routine etablieren können als es vorher der Fall war. Die Seite ist der Ausgangspunkt für so gut wie alle meine Blogbeiträge, Geschichten und Artikel.

Weitere Schreibtools:

  • Scrivener: Wenn Struktur und Überblick wichtig sind. Nach dem Export geht der Text in die Cloud-Archiv zu Google Docs.
  • Google Docs: Wenn ich Texte von anderen Person bearbeiten oder freigeben lasse, also ideal für Fachartikel und Pressetexte für meine Kunden. Damit spare ich mir das Hin- und Herschicken unzähliger Dokumenten-Versionen. Meine Tochter schreibt auf diese Weise mit einem Freund zusammen gerade an einer Geschichte. Collaboration rules!