Category Archives: Film

David Lynch nimmt seinen Ice Bucket mit Espresso und spielt dabei Trompete

Laura Dern und Justin Theroux haben ihren Lieblingsregisseur David Lynch für die ALS Ice Bucket Challenge nominiert. Beide Kübel landen gemäß den Regeln auf Lynchs wirren Haupt, er lässt sich aber nicht nehmen irgendwie „Somewhere Over The Rainbow“ auf der Trompete zu spielen. Und am Ende nominiert er Vladimir Putin, der sich wahrscheinlich sowieso jeden Morgen vor dem Frühstück einen Kübel sibirisches Eis über den Scheitel kippt.

Von wegen, das Ding hat sich erledigt …

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No cameras allowed

Super! Ein junger Fotograf schleicht sich mit gefälschten Bändchen und Pässen auf unzählige Festivals und Konzerte, macht tolle Aufnahmen und wird am Ende von seiner Lieblingsband mit auf Tour genommen. Wir lernen daraus: Die guten Dinge beginnen erst dort, wo alle anderen sich abweisen lassen. Also, traut Euch und macht verrücktes Zeug!
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Big Ass Spider (Trailer)

Eben noch in den klugen Kommentaren bei SPON gelesen: „Film ist immer ein Abbild seiner Gesellschaft„. Mag sein, aber das ist dem Publikum von Sharknado und Sharknado 2 sicher ziemlich gleich. Ob Big Ass Spider daran etwas ändert? Wir werden sehen. Am meisten freue ich mich allerdings über die Überschrift dieses Beitrags.

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Darwin is a Headbanger. Metal Evolution – The Lost Episode

Sie können’s also noch. Der Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten wird zwar mittlerweile auf Spartenkanälen erfüllt, aber immerhin. Seit einigen Wochen verfolge ich die Doku-Reihe „Metal Evolution„, die im November 2012 zu ersten mal und seit dem immer wieder mal auf ZDFKultur läuft. Entwickelt vom kanadischen Anthropologen, Metalhead und Filmemacher Sam Dunn, von dem auch die hervorragende Dokumentation „Metal: A Headbanger’s Journey“ von 2005 ist, finanziert von VH1, klärt die Serie über die Entstehung und Entwicklung von Heavy Metal anhand der einzelnen Spielarten auf: Early Metal, Shock Rock, New Wave of British Heavy Metal, Glam Metal, Thrash Metal, Grunge, Nu Metal, Power Metal, Progressive Metal, you name it. Die zwölfte und für mich interessanteste Episode über Extreme Metal (Death Metal, Grindcore, Black Metal) wollte VH1 damals jedoch nicht mehr finanzieren. Aber Heavy Metal Fans sind von Natur aus treu und großherzig und Dunn konnte genug Geld über Crowdfunding stemmen, um auch diese letzte Folge in Angriff zu nehmen. Im Blog seiner Firma Headbanger Films dokumentiert er den Fortschritt der Produktion. 

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Unlocking the Truth – Do what you do best!

Als wenn der Bandname an sich nicht schon gut genug wäre! Unlocking the Truth sind zwei elfjährige Jungs aus Brooklyn NY, einem vom Hip Hop regierten Stadtviertel, die ihren eigenen Weg gehen. Malcolm Brickhouse und Jarad Dawkins spielen Metal, und das nicht nur heimlich im Keller, sondern auch auf der Straße. Der Regisseur Luke Meyer hat über die beiden einen kurzen Film gedreht:

Enik: Everything Must Pass

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Für den kürzlich erschienenen Film „Fünf Jahre Leben“ (Regie: Stefan Schaller) über das unglaubliche Schicksal von Murat Kurnaz, der unter der damaligen SPD-Regierung als ein in Deutschland geborener und hier aufgewachsener türkischer Staatsbürger von 2002 bis 2006 ohne Anklage in Guantanamo festgehalten wurde, hat der gute Enik eine ganz besondere Filmmusik komponiert.

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Hollywood-Filmplakate für Wanderkinos in Ghana

In den 80er Jahren entstanden mit dem Siegeszug des Video-Formats in Ghana (Westafrika) kleine Filmverleihe. Hauptabnehmer waren „mobile Kinos“, deren Betreiber mit einem Fernseher, einem Videorecorder und einem kleinen tragbaren Stromgenerator von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zogen und die damals angesagten Filme aufführten. Da sie ganz ohne das Hollywood-Werbematerial auskommen mussten, engagierten sie Künstler, die eigene Plakatmotive entwarfen, und das sogar in Öl und auf Leinwand!

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Kaleb Lechowskis Kurzfilm R’ha legt die Latte für Vorproduktionen ein gutes Stück höher.

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Kaleb Lechowski, Filmstudent aus Berlin, hat innerhalb von 7 Monaten fast im Alleingang diesen Renderfilm produziert. Nicht nur der sechsminütige Film ist nahezu perfekt, sondern auch seine Taktik, denn der Kurzfilm ist ein hervorragender Teaser, um Leute aus dem Business auf sich aufmerksam zu machen.

Ob man nun ein Crowdfundingmodell nutzt oder einen neuen Kunden gewinnen möchte, Euer Teaser, den Ihr veröffentlicht, sollte dem was es am Ende sein soll, so nahe wie möglich kommen. Nicht dass Eure Geschäftspartner keine Phantasie hätten, aber sie haben auch nur ein bestimmtes Budget zur Verfügung, ob nun 20 Euro für eine CD oder 20 Millionen für Euren Film, und die möchten sie nur für das Beste ausgeben. Also ist Rausputzen angesagt.

R´ha [short movie] from Kaleb Lechowski on Vimeo.

R’ha ist ein komplett fertiger Film, kein Demo, nichts Halbfertiges, weil es eben gerade nicht besser ging, sondern ein Vertrauensbeweis, dass Kaleb Lechowski das Zeug zu einem Filmemacher hat, der auch mit einem größeren Budget etwas Ordentliches auf die Beine stellt.

Die Zeiten von Demo-Tapes sind endgültig vorbei

Die Produktionsmittel, die heute jedem Kreativen für relativ wenig Geld zur Verfügung stehen (Laptop: 500 Euro, Final Cut Pro: 270 Euro, Logic Pro: 180 Euro), sind so professionell, dass es keinen Grund mehr gibt, vorab Demo-Filme und Demo-Tapes zu veröffentlichen. Kaleb Lechowski nutzt die Open-Source Render-Software Blender: 0 Euro.

Als Musiker habe ich auf einem Vierspur-Recorder meine Demos produziert, weil ein Aufnahmestudio einfach nicht drin war. Heute trage ich mein Aufnahmestudio und meine Filmkamera in der Hosentasche mit mir herum und auf jedem Laptop bekomme ich mit preiswerter oder kostenloser Software aus dem Stand Ergebnisse, die früher nur große Studios abliefern konnten.

Falls man unbedingt einen künstlerischen Prozess dokumentieren möchte, sollte man mit Einblicken in Halbfertiges auch eher sparsam umgehen, der erste Eindruck bleibt wichtig.

Übrigens konnte man vor 20 Jahren natürlich auch mit Vierspuraufnahmen und auf klobigen Videokameras produzierten Filmen Geldgeber finden. Doch wer im Rahmen der Möglichkeiten seiner Produktionsmittel an die Grenzen des Machbaren geht, hat schon immer Respekt verdient. Im Jahr 2013 legt Kaleb Lechowski die Latte für semiprofessionelle Filmanimationen gleich ein gutes Stück höher.