Category Archives: Wissenschaft

Warum wir zum Mars fliegen sollten

Ein leidenschaftlicher Vortrag von Robert Zubrin über die Notwendigkeit einer Marsbesiedlung. Am besten gefällt mir der Nebensatz, in dem er auf das Potential der Jugend verweist, vorausgesetzt man schafft die Möglichkeiten. Das sind die Momente, wo ich keinen Bock mehr habe, mich über irgendeine Religion zu unterhalten oder über Grenzen, die man hochziehen möchte. Wissenschaft gilt für manche auch als eine Art Glauben und wenn man dem Mann zuhört, gewinnt man den Eindruck, das ist einer ihrer besten Prediger. So what? Vielleicht sollten alle Wissenschaftler mindestens ein Semester Rhetorik und Verkaufsgespräche lernen. Ideen müssen gut erzählt werden, sonst hört doch keiner zu.

Schule des Rausches

Buchrezension zu “Neues von der anderen Seite – Die Wiederentdeckung des Psychedelischen”

Seit Jahrzehnten reden sich die Leute den Mund fusselig über die Legalisierung von Cannabis. Es gibt gute Argumente auf beiden Seiten. So weiß man noch nicht genau, was aus einer so leistungsorientierten Gesellschaft wie der unseren wird, die sich legal nur das kulturell verordnete Glas zum Feierabend gönnt und am Wochenende auch gerne mal den Vollrausch genießt und bereut. Doch die geschätzte Anzahl der Kiffer bleibt hierzulande schon über Jahre hinweg auf einem konstant hohen Level. Was viel darüber aussagt, was Gesetze bewirken können und was nicht, uns aber auch etwas über die Lust am Rausch verrät, die sich in den Köpfen schon längst nach einem Recht darauf anfühlt.

Was macht die Droge mit uns? Auch das, eine launische Angelegenheit. Es ist kein Verlass auf die Qualität des Rausches. Und einfordern kann man sie nicht, die Qualität. Auch Alkohol wirkt bei jedem anders. Noch ungewisser wird es bei den psychedelischen Drogen. Hierzu tummelt sich nicht nur gefährliches Halbwissen in der öffentlichen Wahrnehmung (im Falle von MDMA ist man jahrelang von einer viel schädlicheren Wirkung ausgegangen, nur weil die amerikanische DEA den falschen Stoff als Grundlage für die Untersuchungen hernahm). Der Mann, der sich auf LSD aus dem Fenster stürzt, er gehört zur großstädtischen Berichterstattung im Boulevardblatt wie die Wiesn-Schlägerei in der S-Bahn.

Jetzt gibt es zum Glück das sehr informative und dichte Buch “Neues von der anderen Seite” der beiden Autoren Paul-Philipp Hanske und Benedikt Sarreiter, das im ehrenwerten Suhrkamp-Verlag erschienen ist und deshalb auch abseits von Hanfmessen hoffentlich Leser finden wird. Der Untertitel “Die Wiederentdeckung des Psychedelischen” und der formen- und farbenschwelgerische Buchumschlag versprechen ein Abenteuer, die Vorfreude bringt ein Prickeln unter die Haut, ganz so wie das Gefühl, wenn man weiß, dass man gleich als Nächster ziehen darf.

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Plötzlich Eloi

Buchkritik zu „The Time Machine“ von H.G.Wells

“Die Zeitmaschine” (1960) fehlte zuletzt auf meiner Liste der 15 Filmklassiker, die man mit seinen Kindern anschauen sollte. Doch da die Verfilmung des Romans von H. G. Wellls mit Rod Taylor (im letzten Monat verstorben) in der Hauptrolle alle Nase lang in den Öffentlich-rechtlichen läuft, konnten wir das zuletzt an einem Sonntagnachmittag nachholen. Dabei fiel mir auf, wie wenige Szenen ich noch abgespeichert hatte. Es muss sehr lange zurückliegen, dass ich den Film das letzte Mal gesehen habe, möglicherweise 30 Jahre. Nur an die letzte Verfilmung von 2002 hatte ich noch weniger Erinnerung. Und das ist auch ganz gut so. Jeremy Irons als Ober-Morlock? Nicht für mich. 

Im Rahmen meiner Reading Challenge 2015 habe ich mir gleich nach dem Wiedersehen mit den Eloi und den Morlocks die Romanvorlage vorgenommen. “The Time Machine” gibt es als preiswertes e-Book auf englisch< . H. G. Wells hat die Erzählung 1895 veröffentlicht, also um die gleiche Zeit, in der Sir Arthur Conan Doyle mit seinen Sherlock Holmes-Geschichten bekannt wurde. Selbst mit einem Schulenglisch kann man sich an beide Schriftsteller wagen. Wells tendiert zu etwas steifen Beschreibungen, Doyle löst Vieles eleganter, fast wie im Vorbeigehen. Der eine pflegt einen irgendwie fiebrigen Stil, der andere schreibt eher gentlemanlike und sprachlich ausgefeilter. Und beide bedienen Genres, die zu deren Zeit noch in den Kinderschuhen steckten. Doyle haucht den Detektivgeschichten neues Leben ein, Wells erfindet die Science Fiction nach Jules Verne neu. 

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Sieben Wege zur Unsterblichkeit

Unsterblichkeit ist nicht mehr ganz undenkbar und eventuell sogar greifbar in vielleicht 35 Jahren, so schätzen Nerds und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen. Anti-Aging und Gentechnik sind ein Anfang, künstliche Intelligenz und Cyborgization momentan noch ein reines Rechenspiel. So oder so, Unsterblichkeit wird ihren Preis haben. Es lohnt sich vielleicht, bereits jetzt was zur Seite zu legen, wie dieser 24-Jährige.

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