Ausgelesen: „Hold Your Own“. Gedichte von Kate Tempest

Die Reime von Kate Tempest, die eigentlich für den Live-Vortrag gedacht sind, in ein Taschenbuch zu drucken, mit der Übersetzung auf der gegenüberliegenden Seite, bedeutet eine Zähmung, die man als deutscher Leser gerne in Kauf nimmt. Dass wir hierzulande die modernen Poeten aus England und USA oft in freudloser Suhrkamp-Ästhetik lesen, daran haben wir uns gewöhnt. Der große Vorteil einer solchen Ausgabe: Man kann die sonst schnell rausgefeuerten Sätze in Ruhe im eigenen Tempo lesen und bei Unsicherheiten auch mal die Augen über die deutsche Übersetzung wandern lassen. Nicht jeder kann einem Slam-Poetry-Vortrag lückenlos folgen.

Die Gedichte bezeugen die hohe Musikalität der Autorin, die James Joyce und Charles Bukowski genauso verehrt wie den Wu-Tang Clan. Hinter ihrer rauhen Sprache steckt oft der liebevolle Blick auf die Menschen in ihrer Hood. Ihre Bilder sind stark und wir dürfen ganz nah dabei sein.

Der Band ist keine lose Sammlung von Gedichten, sondern hat Konzept. Tempest ist fasziniert von der Teiresias-Sage (schon bei ihrer Spoken Word Performance “Brand New Ancients” (2012) gab es den Bezug zu den antiken Helden). Der blinde Seher Teiresias soll uns als Vorbild bei unserer Selbstsuche dienen und uns lehren, „Was es heißt: sich zu behaupten“. Nur sind wir damit beschäftigt, „im Netz Identitäten sammeln / Und in unsere Smartphones glotzen“.

Tempest lässt Teiresias in verschiedenen Figuren auftreten: als 15-jährigen Schüler, als junge Frau, als erwachsenen Mann und als alten tattrigen Propheten auf der Straße, der dazu verurteilt ist, die Wahrheit zu sagen, die sich in einer neoliberalen Gesellschaft niemand mehr anhören möchte.

Ganz im Gegensatz zu so vielen anderen Spoken-Word-Künstlern zeigt sie ihre Kampfbereitschaft nicht durch Aüßerlichkeiten. Auch mit mittlerweile 31 Jahren sieht sie der 16-Jährigen, die damals die Spoken-Word-Bühne zum ersten Mal betrat, immer noch sehr ähnlich. Goldene Locken beben um die erhitzten Wangen.

Tempest ist in Südlondon aufgewachsen und kann bereits auf einen reichen Lebenserfahrungsschatz zurückblicken, den Sie in Ihrer kraftvolle Sprache durch ehrliche und bodenständige Weisheiten auf den Punkt bringt. Dabei ist sie “mehr als modern, sie ist praktisch Science Fiction”, lobt The Guardian. Streetsmart nennt man das auch.
Wir brauchen Dichter, die mitten unter uns leben und uns verstehen wollen. Wir selbst sind dafür zu beschäftigt mit dem Polieren unserer Online-Profile.

Kate Tempest: „Hold Your Own“
Gedichte. Englisch und deutsch
Aus dem Englischen von Johanna Wange
Edition Suhrkamp, 2016. 233 Seiten, 16,00 Euro

Ausgelesen: „Von Männern, die keine Frauen haben“ von Haruki Murakami

Wenn Männer keine Frauen haben, was passiert dann mit ihnen? Wenn sich jemand wie Haruki Murakami mit einer solchen Frage beschäftig, dann kommt etwas ganz Besonderes dabei heraus. Man wundert sich immer wieder, wie er es schafft, mit dieser glatten, unaufgeregten Sprache, die so gut davon erzählt, wie sich Leute etwas zum Essen zubereiten oder ein Bier aus dem Kühlschrank nehmen, wie er von dort aus mit einem Male die Oberfläche durchstößt. Man erinnert sich nicht mehr, wann die Geschichte kippt und Dinge aus seinen Charakteren herausholt, die irritieren, erschaudern lassen und zu Tränen rühren können.

Noch Tage später steht man in der Küche und auf einmal hat man einen Murakami-Moment und die Geschichte, die man vor Kurzem gelesen hat, schlägt sich nochmal vor einem auf, diesmal von einer anderen Seite. In seinen Kurzgeschichten ist Murakami ungewöhnlich stark. In diesem Band geht es wirklich um Männer, deren frauenloses Dasein etwas Problematisches hat, im schlimmsten Fall etwas heraufbeschwört, etwas Dunkles, Unheilvolles, mit dem sie aber irgendwie leben müssen.

So wie moderne Männer eben sind, auch Murakamis Männer verpassen den Moment, in dem es gut wäre, sich zu binden und sich zu bekennen zu einem Menschen, von dem man sehr gut weiß, dass man so jemanden nicht alle Tage trifft. Aber es ist nicht mehr zu ändern, also lebt man im Dunkel weiter und stirbt irgendwann. Das haben wir nicht im Griff. Bei unseren Handlungen sind Kräfte am Werk, über die wir keine Macht haben, so sehr wir uns auch das Gegenteil einreden.

Dass Murakamis Schreibe irgendwie nicht vom Fleck kommt, das nervt die einen und die anderen lieben gerade das. Ich bin immer wieder überrascht, dass man seine Bücher tatsächlich zuende lesen kann und das auch noch in einem Tempo eines Süchtigen.

Haruki Murakami: „Von Männern, die keine Frauen haben
DuMont, 2014
254 Seiten

Ausgelesen: „Shining“ von Stephen King

Man denkt man kennt dieses Buch, wenn man Kubricks Verfilmung gesehen hat. Selbst oder gerade ein Film wie „Shining“ wird seiner Vorlage nur in Teilen gerecht. Darüber wurde viel geschrieben und der Vergleich langweilt mittlerweile. Mir war nur irgendwann aufgefallen, dass ich Stephen Kings Roman noch nie gelesen hatte. Auf dem örtlichen Wertstoffhof fiel mir eine Bücherbundausgabe in die Hände, den lächerlichen Schutzumschlag entsorgte ich noch vor Ort. Aber der Inhalt war ja derselbe, den man als die hier erhältliche deutsche Übersetzung von Harro Christensen kennt, einer, der auch danach noch ein paar Romane von King übersetzt hat, unter anderem „The Stand“.

Wahrscheinlich ist „Shining“ das Buch von King, das sich mit den meisten Superlativen schmücken kann. Der Horror hier ist extrem beunruhigend und Kings Schreibe auf ihrer ersten Höhe angelangt. Es gibt nicht Wenige, die es für sein bestes Buch halten und mit diesen Leuten möchte ich nicht streiten. Mit dem Overlook Hotel hat er eine Kulisse geschaffen, die nach ihm viele kopiert haben. Als Spukhaus hat es alles was es braucht: eine Meute Geister, die allabendlich feiern bis zum Morgengrauen, lebendige Heckentiere, die vor dem Gebäude darauf achten, dass niemand entkommt und die berühmte tote Frau in der Badewanne. Man muss die Dame nur erwähnen und der Adrenalinspiegel steigt an.

„Shining“ ist aber gleichzeitig ein Buch, das es einem leicht macht, einzutreten. Wer Kings Horror mag, der fühlt sich dort so wohl wie in kaum einem anderen seiner Bücher. Das liegt an einem sehr menschlichen Jack Torrance, der sich von Anfang an in das Spukhotel verliebt und auf Gegenliebe trifft. Mit Jacks Alkoholproblem geht King enorm empathisch um und macht den armen Mann nicht zum Verrückten, sondern zu einem Kranken Menschen, den seine Familie hilflos ins Dunkle abgleiten sieht.
Dreißig Jahre später schrieb King mit „Doctor Sleep“ eine Fortsetzung, der ich allerdings keine Zeile zu viel widmen möchte. Aber auch hier strickt er am Verständnis für den Alkoholkranken weiter. Er weiß eben wovon er spricht. „Shining“ hat so viele Ebenen wie das Overlook-Hotel Zimmer. Man muss sie nicht alle gesehen haben, aber manche lassen einen nicht mehr raus.

Ausgelesen: „Worauf du dich verlassen kannst“ von Kate Tempest

Mit ihrem Romandebüt zeigt die preisgekrönte Rapperin Kate Tempest, dass sie auch die Langform der Dichtkunst beherrscht. Dabei macht sie Vieles anders als ihre Literaten-Kollegen. Ihre Sprache führt den Leser extrem nah an die Personen heran, fast jeder Satz ist ein Close-up gefolgt von einem nervösen Schwenk zum nächsten Charakter. Beinahe wie in einem Augmented Reality-Spiel legt Tempest ganz oft eine zweite optische Ebene über die Bilder, auf der sie sich mit Freude austobt:

„Die Frau leuchtet so grell in Harrys Augen. Sie explodiert aus sich selbst heraus wie ein Feuerball. Heller und heller. Ihre Konturen sind elektrisch und ungestüm, sie schlagen in die Party ein wie Blitze, sie spalten und versengen sie und funkeln wie Sonnenlicht, das sich im Wasser spiegelt und zu Hitze wird.“

Viele Kapitel beginnen mit einem mikroskopischen Blick auf das Körperliche, auf die starken Gefühle, die wie Schweiß aus den Poren triefen. Zwischendurch zoomt sie immer wieder heraus auf das fiebrige Leben in den Straßen und Cafés im Südosten Londons, wo Tempest geboren und aufgewachsen ist.

Viele der Charaktere begleiten Sie schon eine Weile, manche tauchen bereits auf ihrem Album „Everybody Down“ (2014) auf. Man merkt, wie sehr sie an den Menschen und an ihrer Hood hängt, sie lässt es nicht zu, alle Hoffnung fahren zu lassen, nicht von ihr, nicht von uns.

Ihre vitale Energie wird leider durch die deutsche Übersetzung in Portionen aufgeteilt, denen es oft an Geschmack fehlt. Schon den ursprünglichen Titel des Romans “The Bricks that Built the Houses” mit dem Larifari-Satz “Worauf du dich verlassen kannst” zu übersetzen, macht skeptisch. Wer sich darauf verlassen möchte, die ungefilterte Kate Tempest zu lesen, der greife besser zum Original.

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Sean Astin neu im Stranger Things-Cast

Ops, der Sommer ist schon zu Ende? Bei meinem letzten Eintrag hier ging es um den Start von Stranger Things auf Netflix, die einzige Serie, die ich zweimal von Anfang bis Ende geschaut habe. Jetzt sauge ich natürlich alle News zur zweiten Staffel auf. Bisher war nichts dabei, was man nicht gleich wieder vergessen hätte, doch heute berichtet der NME über drei Neuzugänge im Cast für 2017. Darunter Sean Astin, Kinderstar aus „The Goonies (1985) und bekannt als Sam aus der Lord of the Rings-Trilogie. Einen leider viel zu kurzen Auftritt hatte er in der ersten Staffel von The Strain. Wie lange er bei Stranger Things durchhält, wir werden es sehen.

Astins Rolle in Stranger Things wird die des gutmütigen, ehemaligen Nerds Bob Newby sein, einen, der mit Joyce (Winona Ryder) und Hopper (David Harbour) zusammen die High School besucht hat und nun das örtliche Elektrogeschäft „Hawkins RadioShack“ betreibt. Kann man sich gut vorstellen und zeigt ein weiteres Mal das gute Gespür der Duffer Brothers.

Sean Astin stand bereits mit 10 Jahren vor der Kamera und gehört zu einer Reihe von Hollywood-Kinderstars der Achtziger, von denen es nicht alle heil in unsere Zeit geschafft haben. River Phoenix starb viel zu früh, Drew Barrymore hat die Kurve noch rechtzeitig genommen, Corey Feldman hat es irgendwie geschafft, spielt aber mittlerweile nur noch sich selbst. Es gibt einen Haufen anderer Namen, die beim Stranger Things-Publikum genauso gut angekommen wären. Astin gehört zu denen, die sich was bewahrt haben. Er kann in die Kamera Staunen, so wie wir in den Achtzigern über die Spielberg-Filme gestaunt haben.

Getoppt wird er dabei im Stranger Things-Cast nur von Winona Ryder …

… und natürlich von der Kids-Gang.

Stranger Things: The School of Horror

Erst seit 10 Tagen auf Netflix und schon auf Platz 1 der beliebtesten TV-Serien bei IMDB: Die erste Staffel von „Stranger Things„.

Ein paar Tage nach Release habe ich die Familie zur ersten Session zusammenzutrommelt. Kurzer FSK-Check: 12 Jahre. Perfekt! Welcome to the Eighties School of Horror!

„Stranger Things“ ist eine liebevolle und rasante Fahrt durch die Achtziger, wie man sie als jemand wahrgenommen hat, der mit dreizehn Jahren die Bücher von Stephen King gerne gelesen hat und jeden Film anschauen musste, bei dem auf dem Plakat irgendwo der Name Steven Spielberg geschrieben stand.

Es gibt hier unzählige Anspielungen auf Kinofilme, Musik, Serien und Spiele, die zu Beginn der Achtziger den Ton angaben, wenn es um Mystery, Fantasy und Horror ging. In jeder Folge finde ich im Minutentakt Ostereier, auf die ich ähnlich reagiere wie meine Töchter, wenn ein außergewöhnliches Pokémon in unserer Straße auftaucht.

Viel mehr möchte ich nicht verraten, aber gerne ein paar Gründe nennen, warum „Stranger Things“ so ein rasanter Start gelungen ist:

  1. Winona Ryder: Sie ist das emotionale Zentrum und die Triebfeder der Geschichte. Jeder, den sie an den Schultern packt und ihre Sorgen und ihre Hoffnung aus den großen Augen abfeuert, dem kommen Zweifel, ob die durchgeknallte Kettenraucherin vielleicht doch recht hat mir ihren irren Theorien. In den letzten Jahren hat man nicht allzu viel von ihr mitbekommen, die Serie könnte ihr wieder große Rollen einbringen.
  2. Der beste Kids-Cast seit „Stand By Me“ und „Die Goonies“: Und auch dieser Vergleich ist kein Zufall, sondern volle Absicht der Duffer Brothers, die „Stranger Things“ aus ihrer Liebe für die Horror-Filme der 70er und 80er Jahre heraus entwickelt haben. Jeder der Kids für sich hat genug Präsenz, um den Bildschirm zu füllen, alle zusammen sind das reine, kreative Chaos, sie sprühen über vor Ideen, Kampfgeist und Humor.
  3. Der Plot: Trotz der vielen Anspielungen auf andere ikonische Filme, „Stranger Things“ ist etwas Eigenes. Hätte Stephen King die Geschichte geschrieben, wäre das seine beste Adaption. Schön auch, dass manche Folgen ihre Cliffhanger nicht am Ende haben, sondern gleich nach den ersten Minuten, bevor die Titelmusik einsetzt.
  4. Die Musik: Ganz viel daran erinnert an die Filmmusik von John Carpenter, dazu eine Prise Commodore64-Ästhetik sowie Musik aus der Zeit von The Clash, Joy Division, Echo and the Bunnymen, Peter Gabriel, uvm. Es gibt bisher noch kein offizielles Soundtrack-Album, das ikonische Theme und die Instrumentalmusik kommen von S U R V I V E.
  5. Classic Horror is back! Ganz schnell wird klar: „Stranger Things“ ist kein Psycho-Thriller, kein unappetitliches Gemetzel, aber auch kein romantisches Mystery-Drama, sondern arbeitet mit verspieltem übernatürlichem Horror und einem ordentlichen Monster. So etwas kommt mir heute manchmal etwas zu kurz. Aber mit Serien wie dieser und mit Outcast und The Strain wird es langsam wieder interessant.

Angeblich ist die zweite Staffel bereits bestellt. Der junge Cast erlaubt keine langen Wartezeiten, wenn die Handlung gleich an die erste Staffel anknüpfen soll. Andererseits, es wäre schade, wenn man jetzt anfängt zu schlampen. „Stranger Things“ ist auf vielen unterschiedlichen Ebenen so extrem gut durchdacht, dass man nach den acht Stunden Binge-Watching nicht weiß, was man sich danach noch anschauen soll. The Duffer Brothers haben damit ein ziemliche Marke gesetzt.

Wer wissen möchte, ob es sich lohnt, dafür ein Netflix-Abo zu starten, hier gibt es einen Teaser in die ersten acht Minuten der ersten Folge.

 

Ausgelesen: „End of Watch“ von Stephen King

Diesen dritten Teil der sogenannten „Bill-Hodges-Trilogy“ habe ich vorab bestellt und pünktlich zum Erscheinungstermin geliefert bekommen. Es gibt einige Autoren, bei denen eine Art Abo für mich durchaus Sinn machen würde. Einen neuen Roman von Juli Zeh, Jonathan Franzen, Heinz Strunk oder eben Stephen King, den muss ich nicht in der Buchhandlung durchblättern, den Klappentext lesen und überlegen, ob ich ihn kaufen möchte. Nein, liebe Verlage, Bücher von diesen Leuten könnt ihr mir ungefragt am Erscheinungstermin direkt nach Hause liefern. Gar nicht mal als Rezensionsexemplar, ich zahle auch gerne. Leider bietet bisher noch niemand so ein Autoren-Abo an, schade. Wie gesagt, ich wäre dabei.

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Veröffentlicht: „Das Katzenschiff“

Ich lebe schon lange vom Schreiben. Ich bin freier Journalist und PR-Berater (zugegeben, manchmal ein ungleiches Paar) und schreibe Reportagen und Beiträge für Magazine oder verfasse Pressemitteilungen, Blogbeiträge und Fachartikel für Unternehmen. Ich mache das mit unterschiedlichen Schwerpunkten bereits seit mehr als 25 Jahren und es ist eine Arbeit, die mir Spaß macht und mir meistens leicht von der Hand geht.

Also habe ich zuletzt noch ein Scheit oben drauf gelegt und schreibe jetzt Kurzgeschichten, die ich regelmäßig zu Schreibwettbewerben einreiche. Gleich beim zweiten Mal hat ein kleiner, wilder Verlag aus Verl bei Gütersloh eine Geschichte von mir veröffentlicht: Der Chiliverlag hatte sogar auf der diesjährigen Buchmesse in Leipzig einen Stand, den ich selbstverständlich besucht habe.

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„The Fall of the House of Usher“ – Zwei Kurzfilme aus zwei Jahrhunderten

Vor ein paar Jahren erschein bei GKIDS eine Sammlung von insgesamt fünf Animationsfilmen zu Kurzgeschichten von Edgar Allan Poe. Ich habe nicht herausfinden können, ob und wo man die Filme beziehen kann, aber es gibt erstens einen Trailer dazu (unten) und zweitens eine der Geschichten, die von allen am besten aussieht, auf YouTube in voller Länge: „The Fall of the House of Usher“, gesprochen vom unvergleichlichen Christopher Lee.

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Ausgelesen: „Der goldene Handschuh“ von Heinz Strunk

Das erste Buch, das mir richtig aufs Gemüt schlug, war Aufzeichnungen eines Dirty Old Man
von Charles Bukowski. Da war ich achtzehn Jahre alt. Solche Sätze hatte ich vorher noch nie gelesen. Dass Menschen ein solches Leben führen können, unmöglich! Als ich mich erholt hatte, sog ich seine Geschichten in mich auf als wäre ich am Verdursten. Bukowski hat mir gezeigt, dass man mit jedem Menschen mitfühlen soll, egal welches Schicksal dahinter steckt. Er war der dreckige Gegenpol zum kleinbürgerlichen “Selbst dran Schuld”. Es war schön, zu wissen, dass es so jemanden gab, der dazu auch noch Erfolg mit seinen Geschichten hatte. Nur wenige Autoren und Bücher haben mich danach an die Kotzgrenze gebracht: Bret Easton Ellis mit “American Psycho”, ohne Frage. Zuletzt Cormac McCarthys “The Road”. Und jetzt eben “Der goldene Handschuh” von Heinz Strunk. Da steht er in einer schönen Reihe, der Heinzer. Das hat er sich verdient.

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