Author Archives: Bernhard Lermann

Ausgelesen: “How To Listen To Jazz” von Ted Gioia

Jazz-Musik wird oft als eine elitäre Sparte wahrgenommen, für die man einen ganz besonderen Ritterschlag benötigt, um in den Kreis der Kenner aufgenommen zu werden. Damit ist dann oft noch ein bestimmter Lebensstil verbunden und wenn man ganz zynisch ist, dann steht dahinter eine bestimmte Einkommenshöhe. Wie so oft, stimmt das alles nicht und gleichzeitig doch. Fest steht: Man braucht keine Aufnahmeprüfung abzulegen und kein geheimes Ritual zu befolgen, um aus der Musik das herauszuhören, was ihren Reiz und ihre Schönheit ausmacht. Auch ein Buch kann helfen.

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Fantasy Film Fest: „Double Date“

London ist eine Stadt, in der man als junger Mensch zwischen 20 und 30 leben möchte, Brexit hin oder her. Hier kommt jeder auf seine Kosten. Außer vielleicht man ist wie Jim, der vor seinem dreißigsten Geburtstag immer noch Jungfrau ist. Selbst auf spezialisierten Dating-Portalen ist er unvermittelbar. Sein größtes Problem: Er bekommt Panikattacken, wenn er Frauen anspricht. Sein bester Freund Alex (Michael Socha) scheut weder Tricks noch peinliche Situationen, um ihn zu verkuppeln. Es scheint aussichtslos, bis sie auf die beiden Schwestern Kitty und Lulu treffen. Die sind auf der Jagd nach einem ganz bestimmten Männertyp. Und Jim passt perfekt in ihr Beuteschema.

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Fantasy Film Fest: „Vidar the Vampire“

Vidar möchte Mädchen kennenlernen. In der Norwegischen Provinz gehört das schon immer zu den großen Herausforderungen, mit der ein Junge zu kämpfen hat. Vidar ist aber schon 33 und so langsam hat er den Kanal voll vom Schweine und Hühner füttern und Schafscheiße zusammenkehren. Und das jeden Morgen wenn der Hahn kräht. Vidar möchte einmal ausschlafen und – noch wichtiger – endlich Mädchen im Alter von „20 plus“ kennenlernen.

In seinem kleinen Dachzimmer liegt immer die aktuellste Playboy-Ausgabe griffbereit, die er liebevoll durchblättert wie seine Mutter im Zimmer nebenan die Bibel. Aber das reicht ihm irgendwann nicht mehr. Als von der strenggläubigen Gemeinde wohlerzogener Christ weiß er, an wen er sich wenden kann. Er ruft die heilige Dreifaltigkeit an und die zeigt ein Herz. Nur kommt es alles ganz anders als es sich Vidar vorgestellt hat.  

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Ausgelesen: „Von Beruf Schriftsteller“ von Haruki Murakami

“Menschen mit einem raschen Verstand oder überdurchschnittlicher Intelligenz wenden sich weniger häufig der Literatur zu. Denn das Schreiben von Romanen – wie das Erzählen von Geschichten überhaupt – findet im gemächlichen Tempo, sozusagen in einem niedrigen Gang statt.“

Damit legt Haruki Murakami in seiner Beinahe-Autobiographie “Von Beruf Schriftsteller” gleich zu Beginn die Latte niedrig. Doch danach geht es steil nach oben für alle, die sich Murakami zum Vorbild oder als Inspiration nehmen: “Einen Text verfassen kann sein wie ein Musikstück spielen” (oder zu schreiben). Seine Suche nach einer einfachen Sprache, seine Abneigung gegenüber einer Schreibe, die zu sehr auf Witz und Effekt zielt als auf die Erzählung, auch das sehr sympathisch.

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#Autorenwahnsinn #Tag5  Dein Schreibprogramm

Dank der #Autorenwahnsinn-Challenge stelle ich hier endlich eines meiner Lieblings-Schreibtools vor. Dabei handelt es sich nicht um eine Software, sondern um eine Plattform, die ich vor ein paar Jahren entdeckt habe und die sich seitdem zum Glück kaum verändert hat, dafür für aber mich und meine Gewohnheiten. 750words.com dient genau einem Zweck: Jeden. Tag. Schreiben. Denn das ist es, was Autoren so machen. Sie schreiben jeden Tag. Weil sie nicht anders können und weil sie nicht anders wollen.

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#Autorenwahnsinn #Tag3 #Inspiration

Tag 3 der #Autorenwahnsinn-Challenge: Was hat dich zu deinem aktuellen Projekt inspiriert?

Vor einiger Zeit habe ich im Fernsehen einen Beitrag über einen Mann gesehen, der durch einen Unfall sein Kurzzeitgedächtnis verloren hat. Die Amnesie zwingt ihn dazu, ein Buch mit sich zu führen, in das er alles hineinschreibt, was er gerade erlebt hat. Einen normalen Job kann er natürlich nicht ausüben. Der Film begleitet ihn dabei, wie er eine Zugfahrt antritt, um seinen Bruder zu besuchen.

Ich habe mich gefragt, was geschieht, wenn ich in meiner Geschichte einen solchen Menschen in eine Gefahrensituation bringe, er zum Beispiel bei einem Bootstrip von den anderen unbemerkt über Bord geht. Er kann zwar schwimmen, weiß aber  spätestens nach einer halben Stunde nicht mehr, was geschehen ist.

Die Geschichte habe ich zu einem Großteil bereits heruntergeschrieben. Ich merke aber nun, dass etwas Recherchearbeit zum Thema „Amnesie“ notwendig ist. Freue mich über Input dazu in den Kommentaren.

Ohne Wahnsinn geht beim Schreiben nichts. #Autorenwahnsinn #Tag1

Die #Autorenwahnsinn-Challenge ist eine sehr schöne Idee der drei Möwen @Bianca_Iosivoni@KimOcker und @LauraKneidl von Schreibwahnsinn.de.

Ich mache mit – damit sich hier im Blog jeden Tag etwas tut, um andere Autoren kennenzulernen und natürlich für den notwendigen Tritt, um meine Schreibprojekte voranzubringen.

Los geht’s heute mit einem Jahresrückblick auf 2016.

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Ausgelesen: „The Ballad of Black Tom“ von Victor LaValle

Mein letztes Buch für dieses Jahr: eine 2016 erschienene Novelle des US-amerikanischen Autors Victor LaValle. Sein neuestes Buch und eines, über das man in englischsprachigen Horror-Buch-Blogs in diesem Jahr immer wieder lesen konnte. Mit „The Ballad Of Black Tom“ liefert LaValle einen wirklich gelungenen Beitrag zum Lovecraft-Universum ab, nach dessen Lektüre man sich den alten Meister gerne nochmal vornimmt, so sperrig er auch manchmal ist.

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Stephen King über Kindheit und um die Ecke denken

Stephen King ist nicht für seine Kinderbücher bekannt. Doch in seinen Geschichten tauchen nicht selten sehr junge Figuren auf (z.B. „Es“, „Friedhof der Kuscheltiere“, „Shining“). Er gehört zu den Schriftstellern, die plausibel aus der Sicht eines Kindes oder Jugendlichen schreiben können und nutzt das nicht selten als Zentrum und Motor seiner Geschichten.

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