Category Archives: Film

Fantasy Film Fest: „Double Date“

London ist eine Stadt, in der man als junger Mensch zwischen 20 und 30 leben möchte, Brexit hin oder her. Hier kommt jeder auf seine Kosten. Außer vielleicht man ist wie Jim, der vor seinem dreißigsten Geburtstag immer noch Jungfrau ist. Selbst auf spezialisierten Dating-Portalen ist er unvermittelbar. Sein größtes Problem: Er bekommt Panikattacken, wenn er Frauen anspricht. Sein bester Freund Alex (Michael Socha) scheut weder Tricks noch peinliche Situationen, um ihn zu verkuppeln. Es scheint aussichtslos, bis sie auf die beiden Schwestern Kitty und Lulu treffen. Die sind auf der Jagd nach einem ganz bestimmten Männertyp. Und Jim passt perfekt in ihr Beuteschema.

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Fantasy Film Fest: „Vidar the Vampire“

Vidar möchte Mädchen kennenlernen. In der Norwegischen Provinz gehört das schon immer zu den großen Herausforderungen, mit der ein Junge zu kämpfen hat. Vidar ist aber schon 33 und so langsam hat er den Kanal voll vom Schweine und Hühner füttern und Schafscheiße zusammenkehren. Und das jeden Morgen wenn der Hahn kräht. Vidar möchte einmal ausschlafen und – noch wichtiger – endlich Mädchen im Alter von „20 plus“ kennenlernen.

In seinem kleinen Dachzimmer liegt immer die aktuellste Playboy-Ausgabe griffbereit, die er liebevoll durchblättert wie seine Mutter im Zimmer nebenan die Bibel. Aber das reicht ihm irgendwann nicht mehr. Als von der strenggläubigen Gemeinde wohlerzogener Christ weiß er, an wen er sich wenden kann. Er ruft die heilige Dreifaltigkeit an und die zeigt ein Herz. Nur kommt es alles ganz anders als es sich Vidar vorgestellt hat.  

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Sean Astin neu im Stranger Things-Cast

Ops, der Sommer ist schon zu Ende? Bei meinem letzten Eintrag hier ging es um den Start von Stranger Things auf Netflix, die einzige Serie, die ich zweimal von Anfang bis Ende geschaut habe. Jetzt sauge ich natürlich alle News zur zweiten Staffel auf. Bisher war nichts dabei, was man nicht gleich wieder vergessen hätte, doch heute berichtet der NME über drei Neuzugänge im Cast für 2017. Darunter Sean Astin, Kinderstar aus „The Goonies (1985) und bekannt als Sam aus der Lord of the Rings-Trilogie. Einen leider viel zu kurzen Auftritt hatte er in der ersten Staffel von The Strain. Wie lange er bei Stranger Things durchhält, wir werden es sehen.

Astins Rolle in Stranger Things wird die des gutmütigen, ehemaligen Nerds Bob Newby sein, einen, der mit Joyce (Winona Ryder) und Hopper (David Harbour) zusammen die High School besucht hat und nun das örtliche Elektrogeschäft „Hawkins RadioShack“ betreibt. Kann man sich gut vorstellen und zeigt ein weiteres Mal das gute Gespür der Duffer Brothers.

Sean Astin stand bereits mit 10 Jahren vor der Kamera und gehört zu einer Reihe von Hollywood-Kinderstars der Achtziger, von denen es nicht alle heil in unsere Zeit geschafft haben. River Phoenix starb viel zu früh, Drew Barrymore hat die Kurve noch rechtzeitig genommen, Corey Feldman hat es irgendwie geschafft, spielt aber mittlerweile nur noch sich selbst. Es gibt einen Haufen anderer Namen, die beim Stranger Things-Publikum genauso gut angekommen wären. Astin gehört zu denen, die sich was bewahrt haben. Er kann in die Kamera Staunen, so wie wir in den Achtzigern über die Spielberg-Filme gestaunt haben.

Getoppt wird er dabei im Stranger Things-Cast nur von Winona Ryder …

… und natürlich von der Kids-Gang.

Stranger Things: The School of Horror

Erst seit 10 Tagen auf Netflix und schon auf Platz 1 der beliebtesten TV-Serien bei IMDB: Die erste Staffel von „Stranger Things„.

Ein paar Tage nach Release habe ich die Familie zur ersten Session zusammenzutrommelt. Kurzer FSK-Check: 12 Jahre. Perfekt! Welcome to the Eighties School of Horror!

„Stranger Things“ ist eine liebevolle und rasante Fahrt durch die Achtziger, wie man sie als jemand wahrgenommen hat, der mit dreizehn Jahren die Bücher von Stephen King gerne gelesen hat und jeden Film anschauen musste, bei dem auf dem Plakat irgendwo der Name Steven Spielberg geschrieben stand.

Es gibt hier unzählige Anspielungen auf Kinofilme, Musik, Serien und Spiele, die zu Beginn der Achtziger den Ton angaben, wenn es um Mystery, Fantasy und Horror ging. In jeder Folge finde ich im Minutentakt Ostereier, auf die ich ähnlich reagiere wie meine Töchter, wenn ein außergewöhnliches Pokémon in unserer Straße auftaucht.

Viel mehr möchte ich nicht verraten, aber gerne ein paar Gründe nennen, warum „Stranger Things“ so ein rasanter Start gelungen ist:

  1. Winona Ryder: Sie ist das emotionale Zentrum und die Triebfeder der Geschichte. Jeder, den sie an den Schultern packt und ihre Sorgen und ihre Hoffnung aus den großen Augen abfeuert, dem kommen Zweifel, ob die durchgeknallte Kettenraucherin vielleicht doch recht hat mir ihren irren Theorien. In den letzten Jahren hat man nicht allzu viel von ihr mitbekommen, die Serie könnte ihr wieder große Rollen einbringen.
  2. Der beste Kids-Cast seit „Stand By Me“ und „Die Goonies“: Und auch dieser Vergleich ist kein Zufall, sondern volle Absicht der Duffer Brothers, die „Stranger Things“ aus ihrer Liebe für die Horror-Filme der 70er und 80er Jahre heraus entwickelt haben. Jeder der Kids für sich hat genug Präsenz, um den Bildschirm zu füllen, alle zusammen sind das reine, kreative Chaos, sie sprühen über vor Ideen, Kampfgeist und Humor.
  3. Der Plot: Trotz der vielen Anspielungen auf andere ikonische Filme, „Stranger Things“ ist etwas Eigenes. Hätte Stephen King die Geschichte geschrieben, wäre das seine beste Adaption. Schön auch, dass manche Folgen ihre Cliffhanger nicht am Ende haben, sondern gleich nach den ersten Minuten, bevor die Titelmusik einsetzt.
  4. Die Musik: Ganz viel daran erinnert an die Filmmusik von John Carpenter, dazu eine Prise Commodore64-Ästhetik sowie Musik aus der Zeit von The Clash, Joy Division, Echo and the Bunnymen, Peter Gabriel, uvm. Es gibt bisher noch kein offizielles Soundtrack-Album, das ikonische Theme und die Instrumentalmusik kommen von S U R V I V E.
  5. Classic Horror is back! Ganz schnell wird klar: „Stranger Things“ ist kein Psycho-Thriller, kein unappetitliches Gemetzel, aber auch kein romantisches Mystery-Drama, sondern arbeitet mit verspieltem übernatürlichem Horror und einem ordentlichen Monster. So etwas kommt mir heute manchmal etwas zu kurz. Aber mit Serien wie dieser und mit Outcast und The Strain wird es langsam wieder interessant.

Angeblich ist die zweite Staffel bereits bestellt. Der junge Cast erlaubt keine langen Wartezeiten, wenn die Handlung gleich an die erste Staffel anknüpfen soll. Andererseits, es wäre schade, wenn man jetzt anfängt zu schlampen. „Stranger Things“ ist auf vielen unterschiedlichen Ebenen so extrem gut durchdacht, dass man nach den acht Stunden Binge-Watching nicht weiß, was man sich danach noch anschauen soll. The Duffer Brothers haben damit ein ziemliche Marke gesetzt.

Wer wissen möchte, ob es sich lohnt, dafür ein Netflix-Abo zu starten, hier gibt es einen Teaser in die ersten acht Minuten der ersten Folge.

 

„The Fall of the House of Usher“ – Zwei Kurzfilme aus zwei Jahrhunderten

Vor ein paar Jahren erschein bei GKIDS eine Sammlung von insgesamt fünf Animationsfilmen zu Kurzgeschichten von Edgar Allan Poe. Ich habe nicht herausfinden können, ob und wo man die Filme beziehen kann, aber es gibt erstens einen Trailer dazu (unten) und zweitens eine der Geschichten, die von allen am besten aussieht, auf YouTube in voller Länge: „The Fall of the House of Usher“, gesprochen vom unvergleichlichen Christopher Lee.

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fullmoviesonyoutube (2)

Bevor Youtube auch in Deutschland Ernst macht mit seinem Bezahldienst, hier noch mal ein Schwung Filme, den ihr Euch am Wochenende anschauen könnt. In voller Länge, ohne Werbeunterbrechung und in der Originalfassung.

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Poet on A Business Trip auf dem Filmfest München

Chinas Westen, die Region Xinjiang, ist entlegenes Grenzgebiet und gleichzeitig die flächenmäßig größte Region das Landes. Eine Reise dorthin von der östlichen Küste Chinas aus führt einen über 4.000 Kilometer quer durch das riesige Land. Das ist länger als ein normaler Business-Trip. Ein Poet bereist in erster Linie die Landschaften im Innern der Menschen. “Poet on a Business Trip” zeigt einmal mehr, dass es sich lohnt, einen Dichter auf Reisen zu schicken.

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Filmkomponist James Horner stirbt bei Flugzeugabsturz

Der Filmkomponist James Horner ist am Montag beim Absturz seiner Privatmaschine ums Leben gekommen. Er war einer derjenigen Komponisten, deren Musik jeder aus irgendeinem Film kennt und nicht selten mitsummen kann. In seinem Fall waren das Filme wie Titanic (27 Millionen mal verkauft), Braveheart, Apollo 13, Avatar, A Beautiful Mind, Troja und einige mehr.

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#fullmoviesonyoutube (1)

Es gibt mittlerweile genug Leute, die nicht mal mehr einen TV-Anschluss brauchen. Warum auch? Läuft eh nichts in der Kiste und Filme gibt es online. Bei Amazon Prime, iTunes, Google Play, Netflix usw..

Was es außerdem gibt: komplette Filme auf Youtube. Die meisten Filme sind auf Englisch, die Bild- und Ton-Qualität ist oft überraschend gut. Im Subreddit fullmoviesonyoutube werden regelmäßig neue und alte Filme gepostet. Viele davon verschwinden nach ein paar Tagen und nicht alle lässt Youtube in Deutschland zu. Ich habe ein paar Perlen herausgefischt und getestet. Für das Wochenende sollte die folgende Auswahl als gute Alternative zum TV-Progamm taugen.

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Bei Dick & Doof zu Kaffee & Kuchen

Heute vor 50 Jahren starb Stan Laurel. Warum kannte meine Generation Dick & Doof überhaupt noch? Vielleicht weil es für das Fernsehprogramm noch nicht genug brauchbares Material gab, um den ganzen Tag bis Sendeschluss zu füllen? Im TV liefen noch in den 80ern mehr Stummfilm- und Schwarzweiß-Sendungen als man sich heute freiwillig anschauen würde. Eine kurze Suche liefert mir aktuell nur eine Dokumentation zu den beiden, die demnächst auf ZDFinfo läuft, oder eben auch jetzt gleich hier. Youtube ist sowieso die bessere Quelle für einen Dick&Doof-Nachmittag. Immer mit dabei sollten diese schönen Schmalfilm-Szenen von zwei glücklich alternden Komikern sein, wie sie mit ihren Frauen, Freunden und Familie im Garten bei Kaffee und Kuchen zusammensitzen. Oliver Hardy hatte sich zu dem Zeitpunkt von seinem Schlaganfall erholt, aber Dick gab es da schon nicht mehr.